34 lines
2.8 KiB
Markdown
34 lines
2.8 KiB
Markdown
324
|
||
|
||
Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
|
||
|
||
Konflikt mit einbezogen; Männer drohen den Frauen, die Kinder wegzunehmen, sie drohen auch, den Kindern etwas anzutun.21
|
||
|
||
Was haben Erzieherinnen und Erzieher mit diesem Thema zutun?
|
||
Grundlegend für die Projektidee war die Annahme, dass in vielen Tageseinrichtungen Kinder betreut werden, die das gewalttätige Handeln des Vaters
|
||
oder Partners gegen die Mutter miterleben und das damit verbundene Leid
|
||
in unterschiedlichen Formen zum Ausdruck bringen. Auch wenn Fachkräfte
|
||
vermuten, dass Mütter physisch und psychisch misshandelt werden, so fehlt
|
||
es häufig an der notwendigen Kompetenz, das Geschehen so zu thematisieren, dass die Mütter Hilfe für sich und ihre Kinder suchen. Außerdem kommt
|
||
in der Kindertagesstätte, der ersten öffentlichen Sozialisationsinstanz, in der
|
||
neben kognitiven und emotionalen auch die sozialen Fähigkeiten von Kindern entwickelt werden sollen, der Gewaltprävention eine besondere Bedeutung zu. Ziel von PräGT war es deshalb, Erzieherinnen und Erzieher für das
|
||
Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren und ihre Handlungskompetenzen
|
||
zu erweitern und zu stärken. Es ging im Projekt allerdings keinesfalls darum,
|
||
dass Erzieherinnen und Erzieher psychosoziale Beratung oder therapeutisches Arbeiten leisten sollten. Sie sollten vielmehr erkennen, welch wichtige
|
||
„Brücke“ sie sein können zwischen Betroffenen und dem Hilfesystem. Zudem
|
||
haben sie allen Helferinnen und Helfern eins voraus: Sie sehen das Kind über
|
||
eine lange Zeit fast täglich und kennen in der Regel auch die Eltern besser als
|
||
andere Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner.
|
||
Anfängliche Skepsis, Unsicherheit und teilweise Ablehnung der Erzieherinnen der Projekt-Kita in Gotha dem Thema gegenüber machten die Durchführung des Projektes zuerst nicht immer leicht. Viele Fragen standen im
|
||
Raum, die beantwortet werden wollten, bspw.:
|
||
„Dürfen und sollen wir uns in familiäre Probleme überhaupt einmischen? Werden uns die
|
||
ȱȱȱûĝȱȱȱȱǰȱȱ ȱȱ ȱȱȱ
|
||
häuslichen Situationen ausfragen? Ist das wirklich Aufgabe der Erzieherin, gegen häusliche
|
||
Gewalt vorzugehen? Können wir nicht verklagt werden, wenn wir Vermutungen äußern, die
|
||
wir nicht beweisen können? Was ist mit dem Datenschutz?“ Und schließlich: „Welche Möglichkeiten der Prävention häuslicher Gewalt haben wir als Kita?“
|
||
|
||
Prävention durch Kooperation
|
||
Eine der wesentlichsten Aufgaben am Projektbeginn war der Aufbau von Kooperationsstrukturen. So gewann die Kita mit Hilfe der Koordinatorin als PartnerInnen hierfür das Frauenhaus, den Kinder- und Jugendschutzdienst, eine
|
||
21 Zu den Auswirkungen auf Kinder im Einzelnen siehe Kindler und Strasser in diesem
|
||
Band.
|