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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
kommuniziert. Analog zu den vorhandenen Kompetenzen bezüglich Terminplanung und Zeitstrukturierung riefen wir einzelne Mütter zusätzlich kurzfristig vor den Treffen an, um an den Gruppentermin zu erinnern. Dies war
meist nur für einen begrenzten Zeitraum notwendig.
Wir finden, dass der oben beschriebene „Abholservice“ eine wichtige Brücke hin zu den Familien bildet, die mit einer ausschließlichen Komm-Struktur (zumindest anfangs) überfordert wären. Dennoch ist das Abholangebot
immer noch so hochschwellig, dass neue Lernerfahrungen von Kindern und
Müttern gemacht werden können. Die große Regelmäßigkeit der Teilnahme
insgesamt zeigt u.E. außerdem, dass sich auch die Mütter, die anfangs große
Probleme mit der Termineinhaltung hatten, doch auch mithilfe unserer Unterstützung - neustrukturiert in die gegebenen Rahmenbedingungen einfinden konnten.
Reden und Schweigen zum Thema „Gewalt“
In einem wesentlichen ersten Schritt will unser Gruppenangebot die erlebte
häusliche Gewalt enttabuisieren. Gleichzeitig soll es die Kinder nicht in Kontakt zu Gefühlen und Erinnerungen bringen, die sie in dem Moment überfordern oder ängstigen. Die Kinder sollen wissen, dass sie beeinflussen und
kontrollieren können, wann sie sich mit welchen Erlebnissen in welcher Intensität auseinandersetzen wollen. Für Kinder, die in ihrer Biographie immer
wieder Situationen und Gefühlen schutzlos ausgeliefert waren, und vor allem
für traumatisierte Kinder ist dies von entscheidender Bedeutung.
Bereits im Vorgespräch bekamen die Kinder deshalb zum einen die explizite Erlaubnis (auch von ihren Müttern), über ihre Konflikt- und Gewalterfahrungen zu sprechen und zum anderen vermittelten wir ihnen, dass sie
jederzeit auch die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen und sich nicht
weiter mit ihren Erfahrungen zu den Themen Familie, Gewalt und damit
verbundenen Gefühlen zu öffnen.
Im Gruppenverlauf achteten wir dann sehr darauf, dass jedes Kind für sich
entscheidet, ob es z.B. tatsächlich jetzt ein Bild von seinen Gewalterlebnissen
malen will, ob es uns und den anderen Kindern wirklich jetzt dieses Bild zeigen und über seine Erfahrungen sprechen will etc.
Die Kinder gingen unterschiedlich damit um: manche Kinder, die z.B. anfangs gar nicht über ihren Vater sprachen - als hätte er nie existiert - fingen
dann irgendwann an, ihn erst beiläufig zu erwähnen, um dann in einem nächsten Schritt auch belastendere Erfahrungen im Zusammenhang mit seinem
Verhalten zu benennen. Andere entschieden sich unserem Eindruck nach je
nach Tagesform, ob sie sich den Erinnerungen stellen wollten. Ein Mädchen
erklärte, nachdem sie schon länger in der Gruppe war , dass sie sich im Moment nicht mit den früheren Erlebnissen auseinandersetzen wolle, da es ihr
zur Zeit mit der familiären Situation so gut ginge. Sie befürchtete für sich,