2.9 KiB
258
Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
ȡ Das Lebensumfeld und der Rahmen müssen stabil und verlässlich sein. Ein Kind, das weiterhin dauernd mit äußerlichen Belastungen und Veränderungen konfrontiert ist, kann sich nicht um seine innere Entwicklung und (Nach)Reifung kümmern geschweige denn belastende frühere Erfahrungen und/oder traumatische Erlebnisse im sicheren therapeutischen Rahmen nacherleben und integrieren. ȡ Die Bezugspersonen (mindestens die Person, bei der das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat) müssen bereit sein, auch ihre eigene Haltung zu reflektieren und wenn nötig, an Umstellungen zu arbeiten. Neben der bislang beschriebenen psychotherapeutischen Einzelbehandlung gibt es, wenn auch nicht in großer Zahl, therapeutische Gruppen für Kinder und Jugendliche. Informationen hierzu können bei der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung des Bundeslandes erfragt werden. In einzelnen Erziehungsberatungsstellen werden auch therapeutische Gruppen für Kinder bzw. Jugendliche angeboten. Wenn Symptomatiken von Kindern und Jugendlichen besonders stark im sozialen Bereich Ausdruck finden und intensive Umfeldarbeit (neben Eltern/ Mutter auch z.B. Lehrer) notwendig ist, wird in einigen Regionen auch die Möglichkeit einer sog. KJHG-Therapie geboten, die dann nicht von der Krankenkasse sondern dem zuständigen Jugendhilfeträger finanziert wird. In diesem Bereich sind neben den niedergelassenen Richtlinien-Psychotherapeuten auch weitere Therapeuten tätig, die z.T. auch andere Behandlungsverfahren anwenden.
Literatur ǰȱȱǯȦ ěǰȱȦ ¢ǰȱȱǻ ǯǼȱǻŘŖŖŖǼDZȱ¡ȱđǰȱđǰȱ§ǯȱĴDZȱǯ ǯȱĴȱĞȱ ǰȱȱȦǰȱȱǻŗşşŝǼDZȱ ǯȱĴDZȱ ĴȬĴ Herdina-Lindner, Rita (1999): Verletzte Seelen. Der andere Umgang mit Gewalt. Graz; Wien; Köln: Verlag Styra Huber, Michaela (2003): Trauma und die Folgen Bd. 1 und Bd. 2. Paderborn: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung ûǰȱ ȱǻŘŖŖŚǼDZȱȱȱǯȱȱȱđȱ ûȱ ǯ ãĴDZȱeck & Ruprecht Ȭ ǰȱȦǰȱ ãȱǻ ǯǼȱǻŘŖŖřǼDZȱ ȱȱûȱǯȱ ãĴgen: Vandenhoeck & Ruprecht Psychotherapie-Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Durchführung der Psychotherapie, Fassung vom 20. April 2004 Wallerstein, Judith/Lewis, Julia/Blakeslee, Sandra (2002): Scheidungsfolgen - Die Kinder tragen die Last. Eine Langzeitstudie über 25 Jahre. Münster: Votum-Verlag