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Interinstitutionelle Kooperation - mühsam aber erfolgreich
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tätig wird, erlebt die Kinder vor Ort verängstigt, hilflos oder ein hohes Maß
an Verantwortung tragend. Die Entscheidung, die ein Richter/eine Richterin
nach dem Gewaltschutzgesetz trifft, berührt immer auch die Lebenssituation
der Kinder. Der Arzt oder die Ärztin, die sich wundern, warum eine durch
ihren Mann massiv verletzte Frau sich nicht in die Klinik einweisen lassen
will, übersehen womöglich, dass diese Frau kleine Kinder zu Hause hat, die
sie nicht mit dem Vater alleine lassen will.
Bei BIG wurde speziell zur Bearbeitung der thematischen Verschränkung
„gewaltbetroffene Frauen - Auswirkungen auf Kinder“ eine eigene Fachgruppe eingerichtet, die zum einen den anderen Fachgruppen zuarbeitet, zum anderen insbesondere die Kooperation zwischen dem Bereich Frauenschutz und
dem Bereich Kinderschutz verbessern sollte. Dabei fühlte sich die Fachgruppe über längere Zeit eher als „Stiefkind“, standen doch nicht die gewaltbetroffenen Frauen im Mittelpunkt wie in allen anderen Gremien, sondern die
Kinder. Gleichzeitig waren umgekehrt VertreterInnen aus der Kinder- und
Jugendhilfe unsicher, ob und wie sie bei BIG mitarbeiten können, wenn der
Fokus des Projektes sich eher auf Frauen richtet. Es brauchte Zeit, bis für die
Fachkräfte der Jugendhilfe deutlich wurde, dass die Gruppe von Mädchen
und Jungen, die Gewalt gegen die Mutter miterleben, „ein eigenständiges
Problem und einen eigenständigen Unterstützungsbedarf hat, die zwar viele
Gemeinsamkeiten mit der Situation misshandelter Kinder aufweist, aber damit nicht deckungsgleich ist.“ (WiBIG 2004: 39).
Darüber hinaus gab es aus verschiedenen Gründen personelle Diskontinuität. Koordinatorinnen, die eigentlich primär für andere Themenbereiche zuständig waren, bearbeiteten diesen Bereich „nebenher mit“. Der Aufbau einer
funktionierenden Kooperation in dem Gremium Kinder/Jugendliche erwies
sich aus diesen, z. T. strukturell bedingten, aber auch aus anderen Gründen
als besonders mühsam und schwierig.
Wozu überhaupt Kooperation?15
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der Blick auf das Gesamte und die Übernahme von Gesamtverantwortung
verloren; denn Spezialisierung bedeutet immer Ausblendung, Reduzierung
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an denen Systeme um Zuständigkeit bzw. Nicht-Zuständigkeit kämpfen (vgl.
Thimm 2004). Um komplexe Probleme zu lösen, den Blick wieder zu weiten,
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aber ggf. auch zu rationalisieren, kann Kooperation eine geeignete Problem15
Wertvolle Hinweise zum Thema Kooperation verdanke ich Kh. Thimm.