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Der Blick der Forschung
misshandelte Kinder unsichtbar. Da die Familienrechtshelfer/innen im Sprechen über gewalttätige Väter als Eltern auf das mutterzentrierte Modell zurückgreifen, geraten die Einstellungen und das Verhalten des Vaters gegenüber den Kindern aus dem Blick. Die Vater-Kind-Beziehung wird eher aus
der (allgemeinen) Perspektive des Kindes diskutiert und interpretiert. Mit
anderen Worten: Die professionellen Helfer/innen machen die (allgemeine)
Kind-Vater-Beziehung sichtbar, nicht jedoch die (von Gewalt geprägte) VaterKind-Beziehung.
Dieser selektive oder wechselnde Umgang mit Deutungsrahmen vergrößert die Kluft zwischen gewalttätigen Männern und Vätern - zwischen gewalttätigen Vätern als Miterziehenden und Eltern für ihre Kinder. Die Symmetrie in der Elternschaft geht in der Praxis nicht von den entsprechenden
Fürsorge- oder Betreuungsfähigkeiten aus, sondern beruht auf dem kindlichen Bedürfnis nach „beiden Elternteilen“, nach dem (biologischen) Vater
und der Mutter.
Der Wechsel des Deutungsrahmens macht die Frage nach den Prioritäten
- Sicherheit und Schutz für das Kind oder Bedürfnis nach beiden Elternteilen
nach Trennung oder Scheidung obsolet. Die Konstruktion von Verwandtschaft durch Blutsbande wird als „gegeben“ hingenommen. In der Konsequenz muss weder die Beziehung des Kindes zum gewalttätigen biologischen
Vater, noch der Wunsch des Vaters, Kontakt zum Kind zu haben, hinterfragt
werden. Die Familienrechtshelfer/innen vermeiden damit, Stellung zu beziehen und die patriarchale Macht in Frage zu stellen. Sie tragen so als professionelle Helfer/innen in Schweden zur alltäglichen Reproduktion der Macht
von Vätern auf der Grundlage der biologischen Verwandtschaft mit minderjährigen Kindern bei.
Übersetzung aus dem Englischen: Lilian-Astrid Geese
Literatur
Alanen, L. (1992): Modern Childhood? Exploring the child question in sociology. Jyväskylä: Institute for Educational Research. Research reports 50.
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Gothia: 104-137.