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Partnergewalt und Beeinträchtigungen kindlicher Entwicklung
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die zudem in ein Muster von Kontrolle und Abwertung der Partnerin oder
des Partners eingebunden sind, sind dagegen seltener und werden überwiegend, wenngleich nicht ausschließlich, von Männern ausgeübt (z.B. Pan et
al., 1994; Archer, 2000b; Johnson, 2001, Ehrensaft et al. 2004). Die vorliegende
Forschungsübersicht über Entwicklungsbeeinträchtigungen bei Kindern, die
Partnergewalt miterleben mussten, bezieht sich vor allem auf die zuletzt genannte Form von Partnergewalt, da diese Form im Mittelpunkt nahezu aller
hierzu vorliegenden Studien steht. Es wurden also vor allem Kinder untersucht, die wiederholt schwere körperliche Gewalt und anhaltende psychische
Gewalt des (sozialen) Vaters gegen die Mutter erlebt hatten. Generalisierungen der berichteten Befunde auf Kinder, die nur bei einer oder bei sehr
wenigen Gelegenheiten eine nicht verletzungsträchtige Gewalt in Abwesenheit eines Musters psychischer Misshandlung erlebt haben, sind nicht ohne
weiteres möglich.
Der mittlerweile erreichte Forschungsstand stützt sich auf weltweit deutlich mehr als einhundert empirische Untersuchungen in die mehrere tausend
betroffene Kinder einbezogen wurden (für Forschungsübersichten siehe z.B.
Moffitt & Caspi 1998, Kindler 2002, Kitzman et al. 2003, Wolfe et al. 2003).
Erste Arbeiten zu Kindern, die Partnergewalt miterleben mussten, erschienen
im angloamerikanischen Raum in den 70er und 80er Jahren (z.B. Levine 1975,
Moore 1975, Rosenbaum & OLeary 1981). Am Ende der 80er Jahre konnten
sich Fantuzzo & Lindquist (1989) in einer Übersichtsarbeit dann bereits auf 23
empirische Studien zu Folgen miterlebter Partnergewalt stützen. Seitdem hat
sich die Rate jährlich neu erscheinender Veröffentlichungen beständig erhöht.
Vorliegende Untersuchungen stammen vorwiegend aus den USA, Kanada,
Neuseeland, Australien, Großbritannien und Israel. In der Bundesrepublik
haben Übersichtsarbeiten von Kavemann (2000) und Heynen (2001), sowie
mehrere Beiträge zur Situation von Kindern in Frauenhäusern (z.B. Winkels
& Nawrath 1990, Bingel & Selg 1998) die Diskussion eröffnet. Qualitativ gute
empirische Arbeiten aus dem deutschsprachigen Raum sind aber noch selten
(für eine Ausnahme siehe etwa Enzmann & Wetzels 2001).
Entwicklungsbeeinträchtigungen bei Kindern nach Partnergewalt
Als unbestimmter und umfassender Begriff können Entwicklungsbeeinträchtigungen in sehr unterschiedlicher Weise gefasst werden. Schwerpunkte der
Forschung bei Kindern nach Partnergewalt waren bisher die Untersuchung
der globalen Verhaltensanpassung und der kognitiven, sowie sozialen Entwicklung. Weiterhin haben sich mehrere Studien mit spezifischen Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit in Form posttraumatischer Belastungsstörungen beschäftigt. Dieser Bereich wird in der vorliegenden Arbeit aber
ausgespart, da er an anderer Stelle im Handbuch eingehend erörtert wird
(Strasser in diesem Band).