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Vorwort der Herausgeberinnen
Anlass und Motivation dafür, dass wir die Initiative für dieses Handbuch ergriffen haben, waren unsere Erfahrungen als Referentinnen in Fachtagungen,
Diskussionsveranstaltungen und Fortbildungen zur Situation von Mädchen
und Jungen, die mit der Gewalt in der Beziehung der Eltern - meist der Gewalt des Vaters bzw. des Partners der Mutter - leben müssen, und das erst
geringe, dann deutlich wachsende Maß an Aufmerksamkeit, das ihnen zuteil
wurde. Seit Ende der 1990er Jahre haben wir auf einer Vielzahl von Veranstaltungen die Perspektive der Mädchen und Jungen im Kontext häuslicher
Gewalt vorgestellt und dazu angeregt, sich über bestehende, historisch gewachsene, fachliche Abgrenzungen und persönliche Gräben hinweg gemeinsam der Herausforderung zu stellen, die hier unvermeidlichen Konflikte und
Widersprüche zu bearbeiten. Viele Kolleginnen und Kollegen haben die Thematik aufgegriffen.
Unsere Arbeit gibt manches Mal den Anstoß zur Kooperation. Es fehlt aber
an kompakter Wissensvermittlung, die Praktikerinnen und Praktikern weiterführende Auseinandersetzung ermöglicht, den Besuch von Fortbildungen
vertiefen bzw. dort qualifizieren kann, wo keine Fortbildung zu dieser spezifischen Thematik angeboten wird. Dieses Handbuch will weit gefächerte Information bieten. Expertinnen und Experten aus vielen Bereichen haben sich
daran beteiligt. Der interdisziplinäre Charakter des Handbuchs soll gleichzeitig alle relevanten Berufsgruppen ansprechen, Einblick in vielfältige Fachfragen und Praxisprojekte ermöglichen sowie die Bereitschaft zur interinstitutionellen Kooperation stärken, die die Basis gelingenden Kinderschutzes ebenso
wie Stärkung und Inverantwortungnahme von Eltern ist.
Im ersten Teil geht es um eine Übersicht über neuere Forschungsergebnisse
aus dem In- und Ausland. Vorliegende Forschung wird für Praktikerinnen
und Praktiker aufbereitet. Im zweiten Teil beziehen sich die Beiträge auf die
rechtlichen Rahmenbedingungen, die hier entstehenden Konflikte und die
existierenden Schutzmöglichkeiten vor allem im Kontext von Trennung und
Scheidung bei häuslicher Gewalt. Im dritten Teil werden einige besondere
Herausforderungen an Unterstützungsarbeit angesprochen wie z.B. Gewalt
durch Mütter oder die Versorgung männlicher Jugendlicher bei häuslicher
Gewalt. Der vierte Teil - das Herzstück des Bandes stellt eine Vielzahl von
Best-Practice-Modellen der Unterstützung für Mädchen und Jungen vor, die
zur Nachahmung anregen sollen. Im fünften Teil geht es um Schnittstellen
zwischen der Unterstützung von Mädchen und Jungen einerseits und Müttern bzw. Eltern andererseits. Der sechste Teil thematisiert die Frage der Verantwortlichkeit gewalttätiger Väter und ihre Unterstützung im Rahmen von
Täterprogrammen. Der abschließende siebte Teil blickt in die Zukunft und