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Hochuli Freund
31.7.17 S. 163
Kooperative Bedarfsermittlung und Weiterentwicklung des Wohnbereichs
stimmig und für eine Klientin wichtig gedeutet, und die Teams konnten durch
diesen neuen Zugang mancherorts auch eigene Muster durchbrechen und neue
Interventionen wagen. Schliesslich fanden für die Teamleitungen zwei Schulungen zum Thema Fallbesprechungen leiten statt, damit die Fallbesprechungen
fortan nicht mehr extern moderiert werden müssen. Der hierfür entworfene
Leitfaden für Fallbesprechungen hat sich als grosse Hilfestellung erwiesen und
konnte im Rahmen der Schulungen mit konkreten Hilfsfragen, beispielsweise
zur Auswertung eines Zeitstrahls oder für die Strukturierung allgemein, laufend
ergänzt werden.
Im Rahmen der Schulungen wurde deutlich, dass die Arbeitsweise nach KPG
insgesamt als Mehrwert erlebt wurde, so war aber auch die Ressourcenfrage
von zentraler Bedeutung. Schliesslich wurde auf der Leitungsebene festgelegt,
dass den Mitarbeitenden zusätzliche Arbeitszeit zur Verfügung gestellt wird für
monatliche Fallbesprechungen von 45 Minuten Dauer. Neben diesem Standard
wurde auch geklärt, in welchem Rhythmus die neuen Instrumente in der Fallarbeit eingeführt werden müssen: Bei Neueintritten sollen innerhalb des ersten
Halbjahrs bis Jahres die Instrumente Silhouette, Perspektivenanalyse, Netzwerkkarte und Zeitstrahl eingesetzt werden.
3.2
Stationäre Wohnangebote
Zu den stationären Wohnangeboten gehört ein Wohnheim mit drei Wohngruppen für Menschen mit schweren Beeinträchtigungen sowie zwei Aussen-Wohngruppen für Menschen mit einem geringeren Unterstützungsbedarf.
Die Ausgangslage für die zweite Projektphase war speziell, sowohl hinsichtlich Ausbildung und Arbeitsweise, als auch hinsichtlich Vorwissens zu KPG
und Commitment zum Projekt. Die meisten Mitarbeitenden haben eine Ausbildung in Heilerziehungspflege, andere verfügen über keine Fachausbildung, aber
über langjährige Arbeitserfahrung in diesem Bereich. Ausserdem hatten nur wenige Mitarbeitende einige der Gesamtschulungen zu KPG besucht (siehe
Kap. 1). Von den Mitarbeitenden selber kamen dementsprechend keine Anliegen und Ziele für die zweite Projektphase. Anders als bei der Ambulanten
Wohnbegleitung war in den Wohngruppen auch keine systematische Gestaltung der Unterstützung und Begleitung installiert. Wohl gab es das institutionalisierte Gefäss einer wöchentlichen zweistündigen Teamsitzung, diese wurde aber überwiegend für die Regelung organisatorischer Fragen genutzt. Dies
wurde von der Wohnbereichsleitung als Problem bezeichnet.
Auf Grund dieser Ausgangssituation kam der für die Ambulante Wohnbegleitung gewählte Zugang über die Verwendung von Instrumenten zur Gestaltung der Klienten-Arbeit nicht in Frage. Vorwissen zu professionellem Handeln
im Allgemeinen und zu KPG im Besonderen konnte hier nicht vorausgesetzt
werden. Es galt vielmehr, für diesen wenig professionalisierten Bereich einen
niederschwelligen, motivationsfördernden Zugang zu finden, um eher nebenbei Standards für eine fachliche Arbeitsweise einzuführen. Die Einführung
von strukturierten, moderierten Fallbesprechungen schien ein solcher Zugang
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