Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
47 lines
2.8 KiB
Markdown
47 lines
2.8 KiB
Markdown
und dann in einer späteren Interventionsphase durch ein ganz anderes
|
||
Konzept oder eine ›erfolgversprechendere‹ Methode ersetzt werden.
|
||
Dazu ein Beispiel: In einer Organisation der stationären Jugendhilfe wird
|
||
nach dem Konzept der Lösungsorientierung gearbeitet. Ein 15-jähriger
|
||
Jugendlicher wird bei der bevorstehenden Berufswahl in
|
||
lösungsorientierter Weise unterstützt, sich für einen Beruf zu
|
||
entscheiden. Nun kann er sich nicht entscheiden, seine Motivation in der
|
||
Schule sinkt, sein Verhalten wird zunehmend auffälliger, die Zeit für das
|
||
Finden einer Lehrstelle wird knapp. Das Team der Sozialpädagogen
|
||
entscheidet sich nun, die ›lösungsorientierte Schiene‹ zu verlassen und
|
||
setzt stattdessen auf den Ansatz der ›konfrontativen Pädagogik‹ in der
|
||
Absicht, dass er lernt, sich der Situation zu stellen. In der Folge wird der
|
||
Jugendliche noch auffälliger und äußert, dass er sich unverstanden und
|
||
nicht ernst genommen fühlt.
|
||
|
||
12.3.2 Spezielle Methoden und Techniken
|
||
Daneben wurden in den einzelnen Praxisfeldern für spezifische Probleme,
|
||
Themen und Aufgaben Interventionsmethoden und Techniken entwickelt,
|
||
oder es wurden solche aus anderen Disziplinen adaptiert (wie z. B.
|
||
Themenzentrierte Interaktion, systemische Gesprächsführung,
|
||
Psychodrama etc.). Sie weisen einen mehr oder weniger hohen
|
||
Ausdifferenzierungsgrad und eine unterschiedliche Reichweite aus und
|
||
werden in den Praxisfeldern unterschiedlich angewendet, was eine
|
||
Systematisierung erschwert. Die nachfolgende beispielhafte Auflistung zeigt
|
||
eine Strukturierungsmöglichkeit (vgl. Galuske/Müller 2012:606; Galuske
|
||
2013:168):
|
||
• Direkt interventionsbezogen:
|
||
einzelfallbezogen: u. a. Soziale Einfallhilfe, klientenzentrierte oder
|
||
lösungsorientierte Beratung, sozialpädagogische Beratung,
|
||
multiperspektivische Fallarbeit, Familientherapie, Familie im Mittelpunkt
|
||
gruppenbezogen: u. a. Gruppenarbeit, Soziale Gruppenpädagogik,
|
||
Streetwork, Gemeinwesenarbeit, Themenzentrierte Interaktion, Soziale
|
||
Netzwerkarbeit
|
||
• Indirekt interventionsbezogen: u. a. Supervision, Selbstevaluation
|
||
• Struktur- & organisationsbezogen: u. a. Qualitätsmanagement,
|
||
Jugendhilfeplanung
|
||
Es ist auch denkbar, eine Strukturierung nach speziellen Problemen (wie
|
||
z. B. konstruktive Konfliktbearbeitung), nach Themen (wie z. B.
|
||
Mädchenarbeit), nach Aufgaben (wie z. B. Sexualerziehung), oder nach
|
||
Praxisfeldern (wie z. B. Normalisierungsprinzip) vorzunehmen. In der
|
||
Methodenliteratur finden sich unterschiedliche Versuche, die
|
||
Interventionsmethoden nach bestimmten Kriterien zu systematisieren, um
|
||
einen Überblick über ihre große Vielfalt zu schaffen. Da die Begriffe
|
||
Konzepte, Methoden, Verfahren, Techniken etc. unterschiedlich verwendet
|
||
werden und sich ihre Zuordnung mit der Ausdifferenzierung der Aufgaben,
|
||
die Soziale Arbeit zu lösen hat, verändert, kann eine Systematisierung
|