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• Vorstellung: Klärung, was die Anwesenden mit der Klientin zu tun haben.
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• Was ist die Geschichte aller Beteiligten mit der Klientin?
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• Welches sind ihre Träume für die Klientin?
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• Welches sind die Albträume bzw. Befürchtungen der Beteiligten im
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Hinblick auf die Klientin?
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• Welche Bedeutung hat der Klient für jeden der Beteiligten?
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• Welches sind die Stärken der Klientin?
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• Welches sind die Bedürfnisse der Klientin? (Vgl. ebd.:140)
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Die MAP-Methode wurde für die Arbeit mit Klienten mit kognitiver
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Beeinträchtigung entwickelt (wobei die Klienten beim Gespräch mit
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anwesend sind, ob sie sich nun verbal äußern können oder nicht). Die
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Fragen können jedoch auch zur Strukturierung von Standortgesprächen –
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insbesondere in der Einzelfallarbeit – in unterschiedlichsten Praxisfeldern
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verwendet und selbstverständlich auch modifiziert werden.
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An sich ist in der MAP-Methode vorgesehen, dass in einem letzten Schritt
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eine Liste möglicher Aktionen erstellt wird. Sinnvoller allerdings sollte auch
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hier eine Professionelle zunächst die wichtigsten Aspekte aus der
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gemeinsamen Auslegeordnung zusammenfassen und das Ergebnis sollte
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gemeinsam interpretiert werden, bevor zur Interventionsebene gewechselt
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wird oder der Verstehensprozess in der Diagnose weitergeführt wird.
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Beispiel einer Analyseauswertung bei einem Standortgespräch nach dem
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MAP-Verfahren zur Situation der 18-jährigen M. mit einer leichten
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kognitiven Beeinträchtigung, die in einer stationären Einrichtung eine
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hauswirtschaftliche Ausbildung absolviert. Die Fall führende
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Sozialpädagogin formuliert folgende konstatierende Hypothesen, welche
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die wichtigsten Analysedaten zusammenfasst:
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• Alle Beteiligten sehen viele Stärken bei M., neben grundlegenden
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Fertigkeiten in Lesen und Schreiben u. a. die Freude an der Musik und
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vor allem ihr freundliches, fröhliches Wesen; M. selbst findet, dass sie
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gut singen kann, dass sie schön ist, eine liebe Familie und einen Freund
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hat.
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• Alle Beteiligten wünschen sich für M. einen beruflichen Abschluss und
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danach ein Leben in größtmöglicher Selbständigkeit; M. nennt als
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Traum ein Pferd zu haben und, dass es ihr gut geht.
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• Es sind viele Befürchtungen im Raum, viele davon beziehen sich auf die
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Gefahr, dass die Leichtgläubigkeit und Gutmütigkeit der Klientin
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ausgenutzt werden könnten; die Eltern befürchten auch, dass die
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Klientin immer von ihnen abhängig bleiben wird, die Sozialpädagogin
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sieht die Tatsache, dass sich M. in ihrer Meinung meist nach ihrem
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Freund richtet als Problem. M. nennt als Befürchtung, dass sie nach der
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Ausbildung nicht mehr zurück nach Hause und dort leben darf.
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Gemeinsam wird am Ende des Standortgesprächs folgende (vorläufige)
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Fallthematik festgehalten:
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›M. ist eine junge Frau mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung, die
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seit drei Monaten intern die hauswirtschaftliche Ausbildung absolviert,
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