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1 Einleitung
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Handeln von Professionellen der Sozialen Arbeit – dies bildet das Thema
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des vorliegenden Lehrbuches. Diese Begrifflichkeit setzt voraus, was so
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selbstverständlich keineswegs ist: Dass es nämlich eine Profession der
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Sozialen Arbeit gibt. Von Sozialer Arbeit als Disziplin und Profession zu
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sprechen – noch vor zwanzig Jahren galt dies als Hybris, als Ausdruck von
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Profilierungssehnsüchten von Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen, die
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an Universitäten lehrten. Ein Professionalisierungsbedarf der Sozialen
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Arbeit wird zwar auch heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, noch
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konstatiert (vgl. z. B. Combe/Helsper 2011; Merten/Olk 2011; Heiner
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2004), der Anspruch jedoch gilt nicht mehr als vermessen. Die
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Ausbildungen in Sozialer Arbeit haben sich in den letzten Jahren stark
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verändert, insbesondere in der Schweiz, wo Fachhochschulen erst 1998
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geschaffen und eine akademische Ausbildung in Sozialer Arbeit damit viel
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später als beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland möglich
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geworden ist. Die Ausbildungen in Sozialer Arbeit auf Tertiärniveau sind
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selbst Ausdruck der Professionalisierung der Sozialen Arbeit, zugleich
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leisten sie ihrerseits einen Beitrag zu dieser Entwicklung. Wenn Dewe et al.
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Professionalität in der Sozialen Arbeit als »Strukturort der Relationierung
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von Theorie und Praxis im Kontext dialogischer Prozesse« (2001:16)
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verstehen, dann kann es als die Aufgabe der Ausbildung an einer
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Hochschule bezeichnet werden, diese Verknüpfung von Theorie und Praxis
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zu lehren. Nicht nur Wissen sollen Studierende in Sozialer Arbeit im
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Rahmen ihrer Ausbildung an einer Hochschule erwerben, sondern auch die
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Kompetenz, dieses Wissen situations- und fallbezogen anzuwenden. Diese
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Transformationsleistung ist in der praktischen Arbeit immer wieder neu zu
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leisten. Die Hochschule kann als der Ort bezeichnet werden, an dem
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Professionskompetenz erworben und (weiter-)entwickelt wird.
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Auch die Vielzahl der Publikationen in den letzten Jahren ist ein Ausdruck
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dieser Entwicklung der Sozialen Arbeit zur Profession. Einerseits wurden
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Fragen der Professionalisierbarkeit und der Professionalität in der Sozialen
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Arbeit behandelt (u. a. Harmsen 2004; Klatetzki 2005; Pfadenhauer 2005;
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Combe/Helsper 2011; Dewe et al. 2011), andererseits entstanden viele
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Veröffentlichungen zur Thematik der Theorie-Praxis-Transformation,
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insbesondere Sammelbände zu Diagnostik und Fallverstehen in der Sozialen
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Arbeit (u. a. Peters 1999; Ader et al. 2001; Henkel et al. 2002; Heiner 2004;
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Schrapper 2004), in jüngerer Zeit außerdem Gahleitner et al. 2013, Buttner
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et al. 2018, Buttner et al. 2020. Der Diskurs zu Professionalität ist seit gut
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zwei Jahrzehnten in vollem Gange.
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Trotz der erwähnten Vielzahl an Publikationen bestand, als wir an der
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ersten, 2011 erschienenen Auflage dieses Lehrbuchs arbeiteten, zumindest
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im deutschsprachigen Raum – auf den wir uns beziehen und den wir
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überblicken – u. E. eigenartigerweise ein Mangel. Es gab und gibt
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