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Hochuli Freund
31.7.17 S. 181
Variationen zum Prozessgestaltungsmodell
Im zweiten Teil des Lehrbuchs wurde bei den Ausführungen zu den einzelnen
Prozessschritten eingangs stets auf die Bedeutung eines Prozessschrittes eingegangen, danach lag der Schwerpunkt v. a. auf dem dritten Aspekt, dem methodischen Vorgehen und den Methoden und Instrumente, die dem jeweiligen Prozessschritt zugeordnet werden können. Durchgehend wurde auch auf den
erstgenannten Aspekt, die Gestaltung der Kooperation mit Klienten und ihren
Bezugssystemen, eingegangen.
Im Folgenden wollen wir deshalb den vierten Aspekt der Habitusbildung
aufgreifen und vertiefen. Wir werden einige Ideen vorstellen, wie das Prozessgestaltungsmodell Studierenden wie Praktikern in spielerischer Weise nähergebracht werden kann. Wenn wir das Konzept KPG an der Fachhochschule lehren,
geht es im Kern darum, dass Studierende die sieben Prozessschritte verstehen:
Dass für sie nachvollziehbar wird,1 welcher Sinn hinter dieser spezifischen Einteilung steht, die im Methodendiskurs der Sozialen Arbeit teilweise ja auch etwas anders vorgenommen wird, was genau mit den einzelnen Prozessschritten
gemeint ist, welche Bedeutung jeder Schritt hat, wie er als Reflexionsfolie für
das eigene Denken, Planen und Handeln genutzt werden kann.2
Die nachfolgenden Variationen zum Prozessgestaltungsmodell sind so etwas
wie Noten für Fingerübungen und wer Klavier spielen gelernt hat, weiss, wie
unverzichtbar solche Übungen sind für virtuoses Spielen. Wenn sie zum Nachdenken anregen und das Verständnis für die einzelnen Prozessschritte erhöhen,
dann haben sie ihren Zweck erfüllt: den Umgang mit dem Konzept KPG zu verdeutlichen und einen kleinen Beitrag zu leisten zur Entwicklung von professionellem Können.
1.2
Tätigkeiten
In unseren Lehrveranstaltungen zum Konzept KPG ordnen wir den einzelnen
Prozessschritten manchmal Tätigkeiten zu. Das kann beispielsweise bedeuten:
• Offen wahrnehmen, aufnehmen, erfassen, Informationen sammeln den
eigenen Impuls erkennen, sofort bewerten oder erklären zu wollen, und
ihn zurückstellen beobachten (offene) Fragen stellen und zuhören
Akten kritisch lesen sich selber, die eigenen Reaktionen beobachten
erste Themen benennen (= Situationserfassung)
• Geeignete Methoden auswählen strukturiert weitere Daten erheben, gezielte Fragen stellen Einschätzungen verschiedener Beteiligter erfassen
und dokumentieren Daten strukturiert auswerten Fallthematik herausarbeiten und diskutieren (= Analyse)
• Versuchen zu verstehen theoretische und empirische Wissensbestände
beiziehen und nach Erklärungen suchen Hypothesen formulieren diagnostische Erkenntnisse mit Klienten besprechen/validieren bei der Su1 Siehe den Beitrag von Gebert in diesem Band.
2 Siehe den Beitrag von Hochuli Freund, Denken und Handeln, in diesem Band.
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