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Bereich der Interventionsplanung eine sinnvolle Möglichkeit der
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Orientierung bietet, insbesondere wenn nach der Analyse oder Diagnose für
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ein ganz spezielles Problem Forschungsergebnisse beigezogen werden
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können, die Hinweise auf eine erfolgversprechende Intervention geben.
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12.4
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Kooperative Planung
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Unter Kapitel 12.1 wurde darauf hingewiesen ( Kap. 12.1), dass
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›Angebote‹ und ›gemeinsames Handeln‹ die beiden präferierten
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Interventionsmodi in der Sozialen Arbeit sind. Während Angebote von
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Professionellen entwickelt und von Klientinnen akzeptiert oder abgelehnt
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werden können, verweist der Modus ›gemeinsames Handeln‹ auf ein
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kooperatives Vorgehen bei der Interventionsplanung. Darauf soll zunächst
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eingegangen werden. Anschließend wird die sog. Hilfekonferenz als
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Möglichkeit der Interventionsplanung zusammen mit anderen
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fallbeteiligten Professionellen sowie relevanten Beteiligten aus dem
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Klientensystem kurz thematisiert.
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Interventionsplanung zusammen mit Klientinnen
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Die zehnte Arbeitsregel von Müller zu Intervention umschreibt, welche
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Grundhaltung der Professionellen bei ›gemeinsamem Handeln‹ erforderlich
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ist: »Raum für gemeinsames Handeln kann entstehen, wenn die jeweiligen
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›Vorschläge‹, was getan werden sollte, unverzerrt wahrgenommen und ohne
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Diskriminierung akzeptiert werden« (2017:165). Ein kooperatives
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Vorgehen bei der Interventionsplanung bedeutet, zunächst einen Rahmen
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zu schaffen, in welchem diagnostische Erkenntnisse vermittelt und
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besprochen und gemeinsam (Bildungs-)Grobziele formuliert werden; auf
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dieser Basis können Interventionsvorschläge erfragt und aufgenommen,
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kreative Ideen für Interventionen gemeinsam entwickelt werden – ohne
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dass sie sogleich ›zensuriert‹ bzw. bewertet werden hinsichtlich
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Angemessenheit oder Realisierbarkeit. Die gemeinsame kritische
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Bewertung der Interventionsmöglichkeiten soll erst in einem nächsten
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Schritt erfolgen ( Kap. 12.5).
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Wenn Klienten mit eigener Motivation und einem eigenen Anliegen ein
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Hilfeangebot der Sozialen Arbeit in Anspruch genommen und sich aktiv am
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Prozess von Erfassung, Analyse und Diagnose beteiligt haben – d. h. am
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Herausfinden, worum es eigentlich geht und warum etwas bislang
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schwierig war –, dann kann dieser Wechsel vom Verstehen hin zur
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Handlungsebene, zur Frage ›Und was könnten wir nun tun?‹ viel Energie
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und Kreativität freisetzen. Das gilt nicht nur für die Arbeit mit Einzelnen
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und Familien, sondern ebenso für diejenige mit Gruppen und für die
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Gemeinwesenarbeit. In der Arbeit mit Klienten in einem Zwangskontext
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hingegen bleibt es oft auch bei der Interventionsplanung eine
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Herausforderung für die Professionellen, wie sie die Klienten beteiligen und
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zur Zusammenarbeit motivieren können. Die Frage, die zugleich der Titel
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des Buches von Conen/Cecchin (2013) zur Arbeit im Zwangskontext ist –
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»Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden?« – setzt an der
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Problemsicht des Klienten an (nämlich selbst kein Problem zu haben bzw.
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