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• Einschätzung Dritter zu a., b., c.,
• Prognose (Wie entwickelt sich die Situation aus fachlicher Sicht, wenn
keine Unterstützung erfolgt?).
In diesen Assessment-Bogen sind unterschiedliche Analysemöglichkeiten
integriert, die Erfassung der Perspektiven unterschiedlicher Beteiligter
(Perspektivenanalyse, Kap. 9.2) ebenso wie Notationssysteme, die wir
unter Kapitel 9.4 vorgestellt haben ( Kap. 9.4). Entscheidend ist neben
den Dimensionen, die erfasst werden , dass der Fokus stets auf Ressourcen
und Problemen liegt Die Einschätzungen werden in sprachlicher Form
notiert. Überzeugend erscheint uns, dass auch eine Auswertung der
erhobenen Analysedaten in den Bogen integriert ist.
Andere Instrumente sind weniger ausdifferenziert und offener angelegt.
Beispielsweise kann eine Analyse entlang der Fünf Säulen der
Identität (nach Petzold) vorgenommen werden (vgl. Gahleitner/Dangel
2018a). Personale Ressourcen wie auch Beeinträchtigungen sollen in diese
fünf Dimensionen eingetragen werden. Damit können instabile oder
bedürftige Säulen der Identität erkannt und diagnostisch dann weiter
vertieft werden (vgl. ebd.:361).
Auch für die Gemeinwesenarbeit schlägt Oehler (2010) ein ähnlich offenes
Vorgehen vor. Es gehe um »Eruieren von Problemen, Bedürfnissen, Stärken,
Schwächen, Ressourcen, Veränderungsbedarf und -bereitschaften« (
Kap. 8.3.2). Das methodische Vorgehen ist hier nicht weiter systematisiert,
der Fokus auf Probleme und Ressourcen ist jedoch ebenfalls gut erkennbar.
Wir möchten abschließend nun Varianten/Möglichkeiten für eine offene
Ressourcen- bzw. Problem- und Ressourcenanalyse vorstellen, die wir
aufgrund von Literatur (u. a. Schubert 2018, Pauls 2011, Gahleitner/Dangel
2018b) und in Zusammenarbeit mit Praxisorganisationen entwickelt haben.
Abb. 19 zeigt verschiedene Varianten für die zweiperspektivische
Einschätzung. Sie kann ausschließlich auf das Aufspüren von Ressourcen
ausgerichtet sein, wobei hierfür unterschiedliche Kategorien genutzt
werden (z. B. persönliche, soziale, materielle, infrastrukturelle wobei
andere Einteilungen möglich sind, vgl. u. a. Schuber 2018:121). Wichtig
dabei ist die Unterscheidung der beiden Perspektiven (die Einschätzung
Klientin und der Fachkraft). Eine andere Möglichkeit besteht darin ein
Koordinatensystem mit zwei Achsen zu nutzen: Personenbezogene
Faktoren vs. Umgebungsfaktoren auf der horizontalen Achse sowie
Stärken/Ressourcen vs. Defizite/Belastungen auf der vertikalen Achse (vgl.
Pauls 2011:209, Gahleitner/Dangel 2018b:392). Weil das
Koordinatensystem keine Unterscheidung von Selbst- und
Fremdeinschätzung vorsieht, schlagen wir vor, die Einschätzungen der
Klientin und diejenige der Sozialarbeiterin jeweils in unterschiedlichen
Farben vorzunehmen.
Diese verschiedenen Möglichkeiten von einfachen, offenen RessourcenProblem-Karten eignen sich aus unserer Sicht sehr gut für eine gemeinsame
Analyse von Fachkraft und Klientin im Beratungskontext. Sie können aber
auch als Analyse-Zugang in einer Fallbesprechung auf der Fachebene
genutzt werden (vgl. Hochuli Freund 2017b:202). Insbesondere das
Koordinatensystem ist gut geeignet, um in sozialpädagogischen stationären
Einrichtungen einen systematischen Übergang von der Situationserfassung
zur Analyse ermöglichen. Bei einer sog. sozialpädagogischen Analyse werden