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Analyse
Wenn wir davon ausgehen, dass die wesentlichen Daten in einem Fall erfasst und auch vorläufige Themen festgestellt sind, gilt es nun eine genauere Auslegeordnung vorzunehmen: eine Analyse durchzuführen. Das Kapitel beginnt mit einer Diskussion der Begrifflichkeit, bevor Aufgabe und Zielsetzung einer Analyse erläutert, die Vorgehensschritte beschrieben und mögliche Kategorien für die unterschiedlichen Analysemethoden, die es derzeit in der Sozialen Arbeit gibt, vorgestellt werden. Entlang dieser Kategorisierung werden ausgewählte Methoden dargestellt: Zunächst verschiedene Methoden der Perspektivenanalyse, die Analyse durch Reflexion des eigenen Erlebens, mehrere Notationssysteme, quantitative und qualitative Verfahren – von standardisierten Instrumenten bis hin zu offenen Fragen – und schließlich systemische Analysemethoden. Abschließend werden die vorgestellten Methoden kritisch reflektiert, und die wichtigsten Aspekte des Prozessschrittes werden wiederum in einer Übersicht festgehalten.
9.1
Aufgabe und Vorgehen
Zunächst soll in einem kurzen Exkurs auf die uneinheitliche Begriffsverwendung eingegangen werden. Begriffsdiskussion Etymologisch bedeutet der aus dem Griechischen stammende Begriff ›Analyse‹ die Zergliederung eines Ganzen in seine Teile sowie Untersuchung; das Gegenteil einer Analyse bzw. auch deren letzte Phase ist die Synthese, das Zusammenfügen der Einzelteile zu einem neuen, höheren Ganzen. Unter einer Analyse wird die systematische Untersuchung eines Sachverhaltes verstanden, bei der dieser in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschließend geordnet und untersucht werden; zu einer Analyse gehört abschließend eine Phase des Zusammenfügens und der Interpretation. Der Begriff wird in den Natur- wie den Geisteswissenschaften verwendet und hat jeweils einen spezifischen Bedeutungsgehalt. In der Sozialen Arbeit allerdings ist diese Bedeutung nicht eindeutig, wird der Begriff doch unterschiedlich genutzt und gefüllt. Im vorliegenden Konzept geht es bei der Auslegeordnung im Rahmen der Analyse weniger um das Ordnen bereits vorhanden Daten (aus der Situationserfassung), sondern vielmehr darum, eine andere Art von Daten – nämlich Einschätzungen, Bewertungen, Beurteilungen von