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Vorwort zur ersten Auflage
Das vorliegende Lehrbuch ist aus einer jahrelangen Auseinandersetzung
der Autorin und des Autors mit den Fragen nach der Struktur, der Gestaltund der Methodisierbarkeit sowie der Lehrbarkeit professionellen
Handelns hervorgegangen. Beide haben sich sowohl als Praktiker/in, als
Lehrende/r und als Wissenschaftler/in in unterschiedlichen Phasen ihres
Lebens an diesen Grundfragen der Professionalisierung der Sozialen Arbeit
abgearbeitet, die letztlich in der Frage nach der praktikablen Verbindung
von Theorie und Praxis im professionellen Handeln münden. Vielleicht ist
es dieser biografisch-multiperspektivischen Auseinandersetzung
geschuldet, dass im Ergebnis eine überaus differenzierte und facettenreiche
Systematik des professionellen Handlungsbogens entstanden ist, wie er in
seinen Grundzügen z. B. von Abbott als assessment, inference, treatment
gefasst worden ist. Dieses einfache und in seiner theoretischen Schlichtheit
vollkommen überzeugende Ablaufschema jeglichen professionellen
Handelns hat es gleichwohl spätestens dann in sich, wenn es darum geht,
dies im konkreten professionellen Handeln zu realisieren. Jeder einzelne
Prozessschritt und es sind letztlich ja noch weitere ist anspruchsvoll.
Daher bedarf jeder einzelne Prozessschritt unter den
Qualitätsanforderungen, die an professionelles Handeln zu stellen sind, des
Wissens, der Methodik, der Technik, der Instrumente und und das vor
allem der kompetenten Nutzung dieser Komponenten. Dem trägt dieses
Lehrbuch Rechnung.
Doch damit allein nicht genug: Es geht um eine generalisierbare
Systematik des gesamten Prozessbogens. Es erscheint mir besonders
wichtig, dass die Professionellen der Sozialen Arbeit durchgehend wissen,
dass es diesen Gesamtzusammenhang gibt und geben muss, wenn das
Prädikat professionell gerechtfertigt sein soll. Hinter eine solche
methodische und methodisierte Fallarbeit darf die Soziale Arbeit nicht
zurückfallen, was gleichwohl längst nicht in jeder Praxis der Sozialen Arbeit
gewährleistet ist. Umso wichtiger erscheint es mir, dass die Studierenden
lernen, verstehen und nachvollziehen können, dass es diesen roten Faden
gibt und dass er hilfreich und notwendig ist und dass er praktikabel ist.
Die Praktikabilität einer professionellen Prozessgestaltung führt mich zu
einem weiteren Punkt, der mir an dieser Stelle hervorzuheben wichtig
erscheint. Professionelle Soziale Arbeit ist nicht eine monomethodische
Veranstaltung. Es reicht bei weitem nicht, eine Methode zu beherrschen. Je
nach Fall und Prozess und auch institutionellen Spielräumen sind
unterschiedliche Vorgehensweisen angemessen. Mit diesem
methodenintegrativen Lehrbuch wird auf eindrückliche Weise
demonstriert, dass die unterschiedlichen Methoden, Techniken,
Instrumente und Wissensbestände integrierbar sind und in jedem
einzelnen Fall zu unterschiedlichen Mixturen führen. Das besondere