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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 193
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Fallbesprechungs-Materialien
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Fallbesprechung im intraprofessionellen Team, in dem jede Sozialarbeiterin
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alleine Fälle führt (z. B. Sozialberatung)
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Fallbesprechungen werden hier zu definierten Anlässen angesetzt, z. B. bei wesentlichen Eingriffen in die Lebenswelten oder dramatischen Fallverläufen.
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Durch die gemeinsame Reflexion soll die Perspektive der Fallführenden erweitert werden. Die eigene Strategie soll überprüft, Entscheidungen sollen abgesichert und Hinweise für neue Interventionsmöglichkeiten gefunden werden (vgl.
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Pantuček 2004, Lüttringhaus/Streich 2008). Bei der Variante einer Kurz-Fallbesprechung geht es v. a. darum, das eigene Vorgehen zu überprüfen und durch
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(eine) weitere Sichtweise(n) zu ergänzen.
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Eine Spezialform ist die Fallbesprechung zu zweit, entweder zwischen
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Vorgesetzter und Mitarbeiter oder auch zwischen der fallführenden Sozialarbeiterin mit einem erfahrenen Kollegen (֖Senior Professional‹, so Pantuček 2004).
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Ebenso kann die Fallbesprechung einer professionellen Stelle mit freiwilligen
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Mitarbeitenden als Spezialform diesem Typus zugeordnet werden.2
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Fallbesprechung im interprofessionellen Team – wenn innerhalb einer
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Organisation verschiedene Professionen/Berufsgruppen an einem Fall
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beteiligt sind
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Die Fallbesprechung dient zunächst der gegenseitigen Information: Austausch
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über die jeweils vorhandenen Daten zur Situation, über die unterschiedlichen
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Einschätzungen (Analyse-Ergebnisse). Der Kern der Fallbesprechung ist der
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Versuch, gemeinsam den Fall zu verstehen, die Expertise von unterschiedlichen
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Berufsgruppen zu nutzen und ein ›transdisziplinäres‹ Gesamtbild zu erarbeiten
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(vgl. Obrecht 20015:16).
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Danach gibt es zwei Varianten: Bei einer engen Kooperation wird ein gemeinsames (Unterstützungs-)Ziel festgelegt, oft werden auch Interventionen
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skizziert und koordiniert. Bei einer loseren Kooperation wird die Arbeit in den
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einzelnen Bereichen fortgeführt, allenfalls gibt es später noch einen Informationsaustausch über die jeweils geplanten Interventionen (vgl. Hochuli Freund
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2015:144).
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Eine Spezialform ist die organisationsübergreifende Fallbesprechung mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Hilfesystemen, oft als ›Helferkonferenz‹ bezeichnet (u. a. Pantuček 2004:10).
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Fallbesprechung mit Klientinnen
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Alle genannten Varianten können auch durchgeführt werden in Anwesenheit
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der Klienten. Ziel ist dann insbesondere das gemeinsame Fallverstehen, möglicherweise auch das Ausbreiten von Interventionsideen. Das Vorgehen muss allenfalls modifiziert werden. Es ist noch mehr Gewicht auf eine gute Erläuterung
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2 Die ›Fallbesprechung nach Zimmermann‹ (o. J.) wurde speziell für dieses Setting entwickelt. Vgl. http://www.behaveblog.de/?p=1327.
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