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Hochuli Freund
31.7.17 S. 19
Anforderungen an professionelles Handeln
es keine »übergreifenden professionellen Regeln« (2013:78) oder einheitliche
fachliche Standards, weshalb sich explizite Handlungsfehler bisher nur anhand
von groben Verfahrensfehlern feststellen und messen lassen (vgl. ebd.:77f.). Daher besteht nach wie vor sowohl ein Bedarf solche allgemeingültigen Massstäbe
theoretisch herauszubilden, als auch diese in der Praxis zu etablieren. Doch was
genau ist gutes, fachliches, qualitativ hochwertiges Handeln? Welche Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein? Welche Kompetenzen und welche Haltung werden dazu benötigt? Je nach theoretischer Position werden diese Fragen
unterschiedlich beantwortet. Im Fachdiskurs wurde bereits häufiger auf Unterschiede und Gegensätze hingewiesen. Daher lohnt es sich, trotz aller Verschiedenheiten, den Fokus auf gemeinsame Nenner zu richten.
In einem ersten Schritt werden dazu die strukturellen Besonderheiten Sozialer Arbeit in den Blick genommen und beschrieben, welche gemeinsam geteilten
Sichtweisen es zu den grundlegenden Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit gibt.
Anschliessend werden verschiedene aktuelle Konzepte verglichen und die dort
formulierten Ansprüche an professionelles Handeln zusammengetragen. Aus
den Übereinstimmungen wird ein Katalog von Anforderungen formuliert, welche Voraussetzungen und Fähigkeiten benötigt werden, um in der Sozialen Arbeit gut und richtig zu handeln. Danach werden diverse, z. T. in den Konzepten enthaltene, Strukturierungshilfen zur Gestaltung des professionellen
Handelns beleuchtet und hinsichtlich der zuvor zusammengestellten Anforderungen überprüft. Auch hierbei finden sich einige Ähnlichkeiten und Überschneidungen. Zuletzt werden die wichtigsten Unterschiede und Besonderheiten
von KPG aufgezeigt, mit denen sie sich von den anderen Entwürfen abhebt.
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Anforderungen an professionelles Handeln
Professionelles Handeln lässt sich nicht getrennt von den strukturellen Bedingungen der Sozialen Arbeit betrachten. Es gibt einige Besonderheiten, in denen
sie sich von anderen Professionen unterscheidet. Diese machen eine Professionalität überhaupt erst erforderlich und lassen sich professionstheoretisch zur
Bestimmung der Profession heranziehen (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:46f.).
In Anlehnung an die von Schütze formulierten »Paradoxien professionellen
Handelns« (1992:137) haben sich im Fachdiskurs im Laufe der Zeit verschiedene Spannungsfelder und Dilemmata herausgebildet. Diese werden als »strukturelle Widersprüchlichkeiten« (Hochuli Freund/Stotz 2015:47), als »Kernproblem in der Sozialen Arbeit« (Knoll 2010:177) oder als »Charakteristika der
beruflichen Handlungsstruktur« (von Spiegel 2013:25) bezeichnet. Diese Strukturmerkmale werden immer wieder in Grundlagenwerken und Professionalitätskonzepten rezipiert. Sie können daher, abgesehen von einigen Ausnahmen
und Kontroversen (z. B. in Bezug auf das doppelte Mandat, Hilfe/Kontrolle,
Freiwilligkeit oder Loyalitätsfragen) als vermutlich grösster Konsens in der So19