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Schlusswort oder Wie man Kooperative
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Prozessgestaltung lernen kann
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Dem Konzept Kooperative Prozessgestaltung liegt ein spezifisches
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Verständnis von Fachlichkeit zugrunde, das die Kooperation mit Klientinnen
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in den Mittelpunkt stellt. Ein Prozessmodell dient den Professionellen als
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Orientierungsrahmen für das Denken und Handeln bei der Begleitung und
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Unterstützung von Klienten(systemen). Entsprechend dieser
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Prozessstruktur haben wir die aus unserer Sicht derzeit wichtigsten
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Methoden, Instrumente und methodischen Hilfsmittel im
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deutschsprachigen Raum systematisiert. Manche davon haben wir
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ausführlich dargestellt, in der Absicht, dass aufgrund der Ausführungen
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damit gearbeitet werden kann. Andere haben wir deutlich knapper
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erläutert; die Skizzierung soll den Leserinnen eine Einschätzung
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ermöglichen, was die jeweilige Methode leisten kann. Das Lehrbuch soll als
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Nachschlagewerk dienen und Anregungen vermitteln, wie Fälle methodisch
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bearbeitet werden können. Unser wichtigstes Anliegen jedoch ist es, ein
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bestimmtes Grundverständnis von professionellem Handeln zu vermitteln.
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Mit der neuen Abbildung »Aspekte Kooperativer Prozessgestaltung« (
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Abb. 6, Kap. 7.4.1) haben wir versucht, das zu veranschaulichen. Dieses
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Grundverständnis lässt sich aber auch mit verschiedenen Kurzformeln und
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Bildern umschreiben:
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• ›zuerst verstehen, dann handeln‹: eine Suchbewegung des Fallverstehens,
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auf der Fachebene und auch gemeinsam mit Klientinnen
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• mit einer Haltung von Offenheit und Neugier erfassen und zu verstehen
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versuchen und auf dieser Basis überlegen, was zu tun ist
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• analytisch-diagnostische Erkenntnisse sind der Nährboden für die
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Handlungsphase (und kontinuierlicher Wechsel zwischen den beiden
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Phasen)
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• wissen, was man wann und weshalb tut, wenn man etwas tut (d. h. in
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welchem Prozessschritt man sich gerade bewegt)
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• Verschränktheit des Handelns auf der Fachebene und der Kooperation mit
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Klienten(systemen)
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• u. a.m.
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Bei diesem Grundverständnis verändert sich die übliche Gewichtung der
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Prozessphasen. Nicht Interventionen allein stehen im Zentrum einer oft
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unter großem Handlungsdruck stehenden Praxis Sozialer Arbeit. Vielmehr
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kommt der analytischen Phase eine bedeutende Stellung in der
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Prozessgestaltung zu, weil erst sie die Voraussetzungen für angemessene
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Interventionen schafft. Dies impliziert, dass dieser ersten Phase mehr Raum
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