Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
49 lines
2.8 KiB
Markdown
49 lines
2.8 KiB
Markdown
Unterstützungsleistung fraglich erscheinen lässt.
|
||
Interventionsdurchführung schließt eine kontinuierliche kritische Reflexion
|
||
des eigenen Handelns im Hinblick auf die zugrunde liegende Bewertung
|
||
und Erhellung des Falls und eine Bewusstmachung von eigenen
|
||
Orientierungs- und Deutungsmustern ein.
|
||
|
||
13.3
|
||
|
||
Person als Arbeitsinstrument
|
||
|
||
In der Interventionsdurchführung ist der Sozialpädagoge als ganze Person
|
||
in die Arbeitsbeziehung mit Klienten involviert. Er hat die Aufgabe, Einheit
|
||
von Theorie und Praxis in der Interaktion mit Klienten in und mit seiner
|
||
Person herzustellen ( Kap. 3.2.5). Im Folgenden werden wir einige
|
||
Implikationen für den Interventionsprozess skizzieren, die sich aus der
|
||
Tatsache ergeben, dass die Person des Professionellen sein
|
||
›Arbeitsinstrument‹ ist.
|
||
|
||
13.3.1 Rollenwechsel: Von aktiver Unterstützung hin zu
|
||
Begleitung
|
||
Beim dritten Interventionsmodus nach Müller – dem gemeinsamen Handeln
|
||
– haben wir in Kapitel 12.1 eine Differenzierung vorgeschlagen hinsichtlich
|
||
Aktivitätsgrad der Professionellen. Die Unterscheidung zwischen
|
||
gemeinsamem Handeln mit hohem Aktivitätsanteil der Sozialpädagogin und
|
||
punktuellem, bedarfsbezogenem Unterstützen der Eigenaktivität eines
|
||
Klienten(systems) ist jedoch nicht als bipolare Unterteilung zu verstehen,
|
||
sondern vielmehr als Kontinuum eines allmählichen Rollenwechsels, das im
|
||
Selbstverständnis der Sozialpädagogin verankert ist ( Kap. 6.2.2) und
|
||
jeweils fallbezogen ausgestaltet sein will.
|
||
Insbesondere dann, wenn die Arbeitsbeziehung nicht auf Initiative der
|
||
Klientin entstanden, sondern durch Dritte begründet worden ist (z. B. durch
|
||
eine Platzierung in einer stationären Einrichtung, der die Klientin nur
|
||
halbherzig zugestimmt hat), hat die Sozialpädagogin anfangs die Rolle der
|
||
Initiatorin und Motivatorin inne: Sie sucht den Kontakt, formuliert für sich
|
||
Unterstützungsziele, plant und lädt zu gemeinsamen Aktivitäten ein, stellt
|
||
die eigene Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis, sie
|
||
versucht das Interesse der Klientin an einer Zusammenarbeit zu wecken
|
||
und ihre Veränderungsmotivation zu stärken. Der Sozialpädagoge hat eine
|
||
aktive Rolle, er handelt manchmal stellvertretend für die Klientin (was
|
||
Oevermann 1979, 1981, 2011 zum Begriff der ›stellvertretenden
|
||
Krisenbewältigung‹ verallgemeinert hat) und übernimmt bei Bedarf auch
|
||
Aufgaben, die eigentlich solche der Klientin sind. Hier ist neben der
|
||
Fähigkeit der Einnahme einer aktiven Rolle manchmal auch diejenige zum
|
||
Handeln unabhängig von Akzeptanz durch die Klientin gefragt. Dies gilt
|
||
insbesondere für den Interventionsmodus des Eingriffshandelns. Aber auch
|
||
der zweite Interventionsmodus – Klienten Angebote zu machen (
|
||
Kap. 12.1) – erfordert die Fähigkeit, akzeptieren zu können, dass ein
|
||
Angebot nicht angenommen wird. Diese Situation gilt es zu nutzen für einen
|