Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
36 lines
2.0 KiB
Markdown
36 lines
2.0 KiB
Markdown
verbunden sind, wo Motivation vorhanden und Veränderungsenergie
|
||
spürbar ist. Zugleich gilt es die bislang erarbeiteten Erkenntnisse aus der
|
||
Fallbearbeitung zu nutzen und ins Gespräch einzubringen. In einem guten
|
||
Zielfindungsgespräch findet eine wiederholte Pendelbewegung statt (vgl.
|
||
Abb. 24).
|
||
|
||
Abb. 24: Zielfindungsprozess als Pendelbewegung
|
||
|
||
Der Blick geht zurück zu den zu Beginn der gemeinsamen Arbeit
|
||
formulierten Anliegen und den aufgespürten Ressourcen
|
||
(Situationserfassung), auf Fallthematik und Arbeitshypothese (Ergebnisse
|
||
von Analyse und Diagnose) – dann richtet er sich in die Zukunft, erforscht,
|
||
welche Veränderungen bedeutsam sind für einen Klienten, was er erreichen
|
||
möchte – dann werden wieder die analytisch-diagnostischen Erkenntnisse
|
||
vergegenwärtigt (was es unbedingt zu berücksichtigen gilt, damit sich ein
|
||
negatives Muster nicht wiederholt).
|
||
Eine mögliche Hürde kann in der Uneinigkeit innerhalb eines
|
||
Klientensystems liegen, wenn unterschiedliche Zielvorstellungen
|
||
vorhanden sind. Dabei stellt sich oft heraus, dass jeder vom anderen oder
|
||
vom Umfeld eine Änderung erwartet anstatt von sich selbst. Auch
|
||
Fachkräfte neigen dazu, von den Klientinnen Änderungen zu erwarten. Der
|
||
Zielfindungsprozess ist demnach so zu gestalten, dass sich alle beteiligen
|
||
und ihre Perspektive einbringen können und sich darüber verständigen,
|
||
wer oder was sich verändern soll (vgl. von Spiegel 2013:172). Diese
|
||
Verständigung kann aufwändig sein; sie bildet aber eine Basis für alle
|
||
weiteren Aushandlungen, wenn es um die Interventionsplanung geht. Dabei
|
||
sind u. a. zu berücksichtigen:
|
||
• Grad der Involviertheit und Positionierung der beteiligten Fachleute,
|
||
• Art der Machtverhältnisse unter den Beteiligten,
|
||
• Durchsetzungsvermögen der Beteiligten,
|
||
• Bereitschaft zum Aushandeln versus Beharren auf eigenen Vorstellungen,
|
||
• Vorstellung von Gleichberechtigung versus hierarchisches Denken,
|
||
• verhandelbare Positionen versus nicht verhandelbare Werte und Normen,
|
||
• unterschiedliche kulturelle Formen des Aushandelns (vgl. Schwabe
|
||
2019:278 ff.).
|