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werden muss (vgl. Nadai/Sommerfeld 2005). Die spezifischen Bedingungen
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sozialarbeiterischen und sozialpädagogischen Handelns werden untersucht
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und auf strukturelle Widersprüche hin analysiert. Auf dieser Grundlage
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lassen sich konkrete Handlungsspielräume und notwendige Kompetenzen
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bestimmen. Der Professionalisierungsdiskurs versucht auf diese Weise
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Einfluss zu nehmen auf das berufliche Handeln selbst (vgl. Gildemeister
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1992:210).
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3.2
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Strukturmerkmale professionellen Handelns
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Im Folgenden soll dargelegt werden, welches die spezifischen Bedingungen
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sind, unter denen Soziale Arbeit ihre gemeinnützige Aufgabe der
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Unterstützung von Menschen hinsichtlich Alltagsgestaltung und
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Lebensbewältigung sowie sozialer Integration ( Kap. 2.2.2) wahrnimmt.
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Die Soziale Arbeit ist gekennzeichnet durch besondere
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Konstitutionsbedingungen und durch strukturelle Widersprüchlichkeiten,
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welche als Strukturprobleme des professionellen Handelns bezeichnet
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werden. Im deutschsprachigen Raum hat Schütze im bereits erwähnten
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Aufsatz von 1992 zu Sozialarbeit als ›bescheidener Profession‹ erstmals
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explizit herausgearbeitet, dass es in der Sozialen Arbeit aufgrund ihrer
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spezifischen Bedingungen »immer wieder zu Paradoxien professionellen
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Handelns« komme, »d. h. zu Schwierigkeiten und Dilemmata im
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Arbeitsablauf, die nicht aufhebbar und nicht umgehbar sind, in die sich also
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der Professionelle mit Notwendigkeit verstrickt.« Verschiedene Autorinnen
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haben seither solche Strukturprobleme thematisiert, wobei Anzahl,
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Bezeichnung und Systematisierung jeweils variieren (vgl. u. a. Gildemeister
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1992; Galuske 2013). Auf der Basis unterschiedlicher Texte im aktuellen
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Professionalisierungsdiskurs werden nachfolgend wesentliche
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Strukturmerkmale und -probleme erläutert.
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3.2.1
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Diffuse Allzuständigkeit für komplexe Probleme
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Klassische Professionen zeichnen sich aus durch ein Monopol hinsichtlich
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Zuständigkeit und Leistungen ( Kap. 3.1.1); die Medizin beispielsweise ist
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für den Bereich des menschlichen Körpers zuständig, für seine Gesundheit
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und deren Gefährdung – und sie kann eine einigermaßen klar umreißbare
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›Krankheit‹ behandeln. Die Soziale Arbeit hingegen beschäftigt sich mit
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Problemen in sozialen Lebenssituationen und der individuellen
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alltagsweltlich konkreten Lebenspraxis – und diese sind potentiell sehr
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komplex und oftmals diffus. Die konkrete, praktische Problemstellung,
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welche es zu bearbeiten gilt, sei nur schwer und nie eindeutig einzugrenzen,
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so Gildemeister/Robert (1997:28 f.). Bommes/Scherr (2000:57)
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bezeichnen den Gegenstandsbereich der Sozialen Arbeit mit »Organisation
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unspezifischer Hilfsbereitschaft«. Gemäß Heiner (2004b:157) ist die
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»umfassende Zuständigkeit für alle Aspekte der komplexen Problemlagen
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der Klientel (von der zu engen Wohnung über die unzureichende
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Ausbildung bis zu Ehe-, Erziehungs- und Selbstwertproblemen)«
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kennzeichnend für die Soziale Arbeit. Alles, was das Alltagsleben an
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