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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 225
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»Sprechen ist schwierig«
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2005:131). Freundschaften geben emotionale Geborgenheit und überwinden
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Gefühle der Einsamkeit (vgl. Oerter/Dreher 2008:321). Peerbeziehungen sind
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unerlässlich, um Beziehungsfähigkeit zu erlernen. Sie stellen ein Übungsfeld
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dar, um verschiedene Prinzipien der Sozialkompetenz zu lernen, z. B. die Gegenseitigkeit, die Perspektivenübernahme, das Aushandeln oder Teilen. Weiter
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kann geübt werden, Verantwortung zu übernehmen oder sich für andere einzusetzen. Eigene Normen und Werte nehmen in solchen Beziehungen Gestalt an
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(vgl. Fend 1998:233; 226). In einer Peergroup können sich Mädchen und Knaben ganz natürlich begegnen und miteinander Kontakt aufnehmen, was schlussendlich die Aufnahme von intimen Zweierbeziehungen ermöglicht (vgl. Göppel
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2005:165). Auch zur Identitätsfindung können Freundschaftsbeziehungen zu
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Gleichaltrigen viel beitragen. Es können neue Lebensstile oder unterschiedliche
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Identitäten ausprobiert werden. Die Peergroup bietet sozialen Freiraum für die
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Erprobung von neuer Möglichkeiten im Sozialverhalten und um sich selber darzustellen (vgl. Oerter/Dreher 2008:321).
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Angst ist ein bedrückender und unangenehmer Ich-Zustand, der als bedrohlich erlebt wird. Dabei handelt es sich um ein subjektives Erleben. Das eigene
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Verhalten wird stark durch die Angst beeinflusst. Einerseits kann sie zu Passivität führen und Vermeidungsverhalten hervorrufen. Dies hemmt oder vermindert die Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eines Kindes. Weiter
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kann Angst zu psychosomatischen Erkrankungen (körperliche Beschwerden,
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Nervosität oder Schlafstörungen) führen. Anderseits hat die Angst aber auch
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positive Aspekte, denn sie ist eine Schutzfunktion des Organismus. Durch
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Angst wird der Mensch aktiviert und steigert seine Reaktions- und Leistungsfähigkeit. Im Umgang mit Angst ist zentral, dass sie wahrgenommen und angesprochen wird (vgl. Hobmair 2008:182–187). Im Gespräch mit der Psychologin
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vom Landenhof kam zum Ausdruck, dass der Umgang mit Angst sehr abhängig
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von den Reaktionen des Umfelds sei. Erfolgserlebnisse sollen gefördert und
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gefeiert werden, statt die Angst in den Vordergrund zu stellen und emotional
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mit Lea ›mit zu schwingen‹. Man dürfe sich auch nicht verleiten lassen, sie zu
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schonen oder auf ihr Vermeidungsverhalten einzugehen (›sanfter Druck‹).
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Beim Modell der Selbstwirksamkeit gemäss Bandura (zit. nach Hurrelmann
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2006:66f., Zimbardo/Gerrig 2008:528f.,616) geht es darum, etwas bewirken
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zu können, ein bestimmtes Verhalten durchzuführen und auftretende Hindernisse überwinden zu können. Situationen, in denen man das Gefühl hat, nicht
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zurechtzukommen, werden gemieden – selbst wenn man sogar die Fähigkeit
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und den Wunsch dazu besitzen würde. Daher ist Selbstwirksamkeit eine wesentliche Voraussetzung für eine Verhaltensänderung. Sie kann aufgebaut werden, indem an erreichbaren Zielen gearbeitet wird. Ziele müssen also an die
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Möglichkeiten und Fähigkeiten angepasst werden. Danach können realisierbare
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Strategien erarbeitet werden, um die Ziele zu erreichen. Durch positive Erlebnisse entsteht allmählich das Gefühl und Selbstvertrauen, auch weitere Anforderungen erfolgreich meistern zu können.
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Während der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Theorien konnte ich
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immer wieder Verbindungen zur Fallthematik von Lea herstellen. Auf Grund
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