2.9 KiB
390
Die Folgen für die Kinder als Thema in der Täterarbeit
Zeugin. Die Übereinkünfte haben auch dazu geführt, einen festen Modus zur Beratung und Verhandlung bei Rückfällen nach Gruppenabschluss zu haben. In der konzeptionellen Struktur der Gruppenprogramme sind die Themen „Vaterschaft“ und „Vaterverantwortung“ nur insofern verankert, dass bei den Gewaltschilderungen auch ein Fokus auf Anwesenheit und Erleben der Kinder gerichtet wird. Gleichzeitig werden teilnehmende Männer als Väter präsent durch aktuelle Situationen und Konflikte, die sie einbringen. Sei es, dass sie ihren Schmerz der Trennung benennen, der Hoffnung auf Kontakt Ausdruck verleihen, in der Scheidungsauseinandersetzung wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kinder nehmen, von den Erlebnissen bei einem (zumeist unbegleiteten) Umgang berichten, oder dass sie die eigenen Kinder aus den Augen verlieren und keinen Wert auf Kontakt legen aus Angst vor Auseinandersetzungen mit der ehemaligen Partnerin. Somit wird das Thema „väterliche Verantwortung“ zwar regelmäßig bearbeitet, von einer strukturierten und tiefgreifenden Auseinandersetzung kann aber nicht gesprochen werden. Diese würde nicht nur den derzeitigen zeitlichen Rahmen von 24 Gruppensitzungen sprengen, sondern auch weitgehendere Kooperationen erfordern.
Kontakte zur Partnerin und Paarberatung Trotz Schweigepflichtsentbindung gab es in früheren Jahren wenig Kontakt zu den von Gewalt betroffenen Frauen und dieser war konzeptionell wenig strukturiert. Ausschlaggebend waren Unsicherheit und die aus der Erfahrung begründete Befürchtung, in die Paardynamik verwickelt zu werden oder gar in einen Beratungsprozess mit der Partnerin zu geraten, was zu Rollenkonflikten führen kann. Vor diesem Hintergrund wurden mit der Frauenhilfe München gemeinsame Informationsgespräche für die Partnerinnen der am Täterprogramm teilnehmenden Männer entwickelt, die seit 2003 regelmäßig durchgeführt werden. Vorrangiges Ziel ist es vor allem, den Partnerinnen die Grenzen des ambulanten Gruppenprogramms zu verdeutlichen und sie zu ermutigen, bei Bedrohungsgefühlen oder gar erneuter Gewalt Kontakt zum MIM aufzunehmen. Schließlich nimmt ein Teil der Männer aufgrund des Drucks der Partnerin teil und hier war früher unklar, wie realistisch die Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen von Seiten der Frauen waren. Den Partnerinnen soll verdeutlich werden, dass das Gruppenangebot keine „Heilung“ des Mannes bedeuten kann und sie weiterhin für ihren eigenen Schutz verantwortlich bleiben. Gleichzeitig sollen sie unterstützt werden, für sich selbst einen Beratungsprozess in Anspruch zu nehmen, um die Folgen der Gewalt zu bewältigen. Die Informationsgespräche mit den Partnerinnen finden grundsätzlich erst statt, nachdem der Mann in die Gruppe aufgenommen worden ist. Das Procedere wurde im Rahmen der Vorgespräche mit ihm besprochen und ist