3.5 KiB
246
Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
lebenspraktische erzieherische Fähigkeiten, Erziehungsziele und Erziehungsverhalten in die Beratungsarbeit mit den Müttern einzubeziehen. Darüber hinaus etablierten wir die wöchentliche Mütterversammlung als ein Gremium, in dem die Mütter ihre Erfahrungen austauschen, praktische Hilfestellungen erhalten und sich solidarisch um die Entlastung einzelner Mütter bemühen. Gleichzeitig haben sie hier die Möglichkeit, Konflikte anzusprechen und Lösungsstrategien gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen zu entwickeln. Diese Versammlungen werden unter den Kolleginnen beider Bereiche inhaltlich abgestimmt. Regelmäßig durchgeführte Mutter-Kind-Aktionen unterstützen den pädagogischen Prozess, machen Störungen und Konflikte sichtbar und fördern spielerische und kreative Fähigkeiten sowohl der Mütter als auch der Kinder. Außerdem war es wichtig, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Kindern in den gemeinsamen Teamsitzungen und Fallsupervisionen transparent zu machen sowie Lösungswege bereichsübergreifend zu erarbeiten. Grundlage dafür ist ein Teamkonsens, der bei Gefährdung des Kindeswohls immer die Parteilichkeit für das Kind vor die Parteilichkeit für die Frau stellt. Im Bedarfsfall wird deshalb das Jugendamt eingeschaltet. Besondere Maßnahmen sind immer dann zu treffen, wenn Frauen/Mütter in die Misshandlungsbeziehung zurückkehren. Die Evaluation unseres „Kinder-Konzeptes“ ist für uns zu einem festen Bestandteil der Qualitätssicherung geworden. Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns mit der Frage, inwieweit die vorhandenen Angebote für die im Frauenhaus lebenden Kinder und Mütter bedürfnisadäquat sind, wie die Effektivität der Angebote unter den gegebenen räumlichen und personellen Bedingungen erhöht werden kann. Unter Einbeziehung internationaler Erfahrungen gestalteten wir die für die Arbeit mit den Kindern vorgesehenen Räumlichkeiten um und veränderten unsere Arbeitsorganisation. Den Mädchen und Jungen steht nun eine eigenständige, in sich abgeschlossene und großzügig gestalȱ ȱ £ȱ ûǯȱ ȱ ȱ ȱ [£ǰȱ ȱ ȱ ȱ ȱ des Frauenbereichs abgestimmt sind, sowie regelmäßige Gruppenangebote, die sowohl die Altersspezifik als auch die hohe Fluktuation berücksichtigen. Damit gelang es uns, die Arbeit zwischen Frauen- und Kinderbereich besser zu koordinieren, die Planungssicherheit für die Mütter durch feste Kinderbetreuungszeiten zu erhöhen und die Angebote für die Kinder überschaubar und annehmbar zu gestalten. Die räumliche Trennung entlastet sowohl die Frauen und Kinder, die im Frauenhaus leben als auch die Mitarbeiterinnen. Eine Herausforderung für die Zukunft stellt die stärkere Differenzierung der Arbeit mit Mädchen und Jungen dar. Ǯȱ£ęȱȱȱ ǰȱ ȱ§ȱȱ ȱȱȱ ȱ§ ȱȱȱĴǰȱȱȱȱĴȱȱȱȱȱȱ ȱĴȱȱȱ ȱ£ęȱ ȱûȱȱ §ȱ erwerben, die für ihre eigene Lebensplanung fatal sein können.“ (Kavemann, 2002, Kinder und häusliche Gewalt, „Berliner Forum Gewaltprävention“, 1/2002)