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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 92
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Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen
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Bei Heiner (2010, 2013) gilt eine »mehrperspektivische Orientierung« als eines
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von vier Grundprinzipien diagnostischen Fallverstehens. Das Prinzip »zielt auf
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eine möglichst komplexe Abbildung des Problems aus der Sicht der verschiedenen Beteiligten« (Heiner 2013:30) und soll eine multidimensionale Analyse von
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aktuellen Problemen gewährleisten.
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Auch in der Praxis- und Wirkungsforschung der Sozialen Arbeit hat sich der
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Begriff ›Multiperspektivität‹ mittlerweile etabliert. In den letzten Jahren habe
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sich ein breiter Konsens darüber entwickelt, dass nur ein multiperspektivischer
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Ansatz der Komplexität des sozialen Feldes annähernd gerecht werden könne,
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halten Koch und Fertsch-Röver fest (vgl. 2010:123). Es gelte zu berücksichtigen, dass »die verschiedenen Beteiligten(-gruppen) und Interessenten von unterschiedlichen Situationsdefinitionen ausgehen und sich danach in ihrem Handeln
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ausrichten. Man hat es somit grundsätzlich mit multiplen Realitäten zu tun«
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(Wolff/Scheffer 2003:332). Dem gilt es mit einer Methodenvielfalt auch im Forschungszugang Rechnung zu tragen.
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Multiperspektivität ist zu einem Fachbegriff in der Sozialen Arbeit geworden: Er bezeichnet ein fachliches Konzept und eine Grundhaltung professionellen Handelns von Praktikerinnen ebenso wie ein Grundprinzip in der Forschung zur Praxis Sozialer Arbeit. Gemeinsamer Fokus ist die Berücksichtigung
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der subjektiven Wirklichkeitskonstruktionen und Sichtweisen unterschiedlicher
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Beteiligter und die Nutzung unterschiedlicher Zugänge, Bezugsrahmen, Wissensbestände und Methoden. Diese Tatsache der Mehrperspektivität ist gerade
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auch in Zusammenhang mit Kooperation von Bedeutung, wenn es um aufgabenbezogene, zielgerichtete Ausrichtung von Handlungen in der Sozialen Arbeit
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geht (vgl. Merten 2015:23). Die Definition von »Kooperation im weiten Sinne«
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von Schweitzer geht davon aus, dass sowohl das »Problem« von den verschiedenen »Parteien« unterschiedlich definiert werden kann als auch bezüglich des
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Arbeitsergebnisses keine Einigung bestehen muss (vgl. Schweitzer 1998:26).
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Hier ist unmittelbar ersichtlich, dass die Unterschiedlichkeit von Perspektiven
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und deren Unterscheidung relevant sind bei Fragen der Kooperation.
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Perspektiven verschiedener Professionen
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Zunächst wird dargelegt, welche grundlegende Bedeutung der Kooperation mit
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anderen Professionen in der Soziale Arbeit zukommt. Es werden Modelle vorgestellt, wie interprofessionelle Kooperation institutionalisiert ist und wie sie
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konzipiert werden kann. Dabei wird jeweils erörtert, wie die Multiperspektivität methodisch genutzt wird, worin die Herausforderungen bestehen und welcher Mehrwert generiert werden kann.
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