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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 27
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Anforderungen an professionelles Handeln
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• »Reflektierte Parteilichkeit und hilfreiche Kontrolle als Vermittlung zwischen Individuum und Gesellschaft,
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• Entwicklung realisierbarer und herausfordernder Ziele angesichts ungewisser Erfolgsaussichten in unstrukturierten Tätigkeitsfeldern,
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• aufgabenorientierte, partizipative Beziehungsgestaltung und begrenzte Hilfe in alltagsnahen Situationen,
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• multiprofessionelle Kooperation und Vermittlung von Dienstleistungen bei unklarem und/oder umstrittenem beruflichem Profil,
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• Weiterentwicklung der institutionellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen
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eines wohlfahrtsstaatlich nachrangig tätigen Berufes,
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• Nutzung ganzheitlicher und mehrperspektivischer Deutungsmuster als Fundament
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entwicklungsoffener Problemlösungsansätze auf empirischer Basis.« (Heiner
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2004:161)
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Sie ordnet jeder dieser sechs beruflichen Anforderungen verschiedene Spannungsfelder zu. Die erforderliche Handlungskompetenz besteht ihrer Ansicht
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nach darin, eine angemessene Positionierung zwischen den jeweiligen Polen
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vorzunehmen (vgl. ebd.:161–167). In einer weiteren Publikation wird ein
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Handlungskompetenzmodell vorgestellt, bei dem zwischen bereichsbezogenen
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und prozessbezogenen Kompetenzmustern unterschieden wird, die aus jeweils
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drei Kompetenzbereichen bestehen. Bei den bereichsbezogenen Kompetenzmustern gibt es die Fallkompetenz, die auf das Klientensystem bezogen ist, die Systemkompetenz, die sich auf die eigene Organisation und Kooperation mit anderen involvierten Systemen bezieht, und die Selbstkompetenz, welche die eigene
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Persönlichkeit betrifft (vgl. Gromann 2010:10–12). Die prozessbezogenen
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Kompetenzmuster setzen sich aus der Planungs- und Analysekompetenz, der Interaktions- und Kommunikationskompetenz und der Reflexions- und Evaluationskompetenz zusammen, denen jeweils noch weitere konkretere Teilkompetenzen und Anwendungsbereiche zugeordnet sind (vgl. Heiner 2010:66).
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Bernd Dewe et al. nennen sechs verschiedene Handlungskomponenten:
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• Umgang mit Bürokratie und den institutionellen und äusseren Vorgaben und
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Rahmenbedingungen;
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• strategisches Vorgehen mit den bestehenden Spielräumen unter Berücksichtigung von Konflikt- und Konsensprozessen;
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• Flexibilität in Bezug auf Einsetzbarkeit, Problembearbeitung und Hilfsangebote, die eine Fähigkeit zur Handlungsentscheidung erfordert;
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• Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen sowie Fachkräften anderer
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Professionen;
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• Analyse und Entscheidungen auf der Basis wissenschaftlicher Kenntnisse;
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• Selbstkontrolle, v. a. beim methodischen Vorgehen, und Einschätzung von
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Auswirkungen und Nebenfolgen (vgl. Dewe et al. 2011:138f.).
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Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e. V. (DBSH) hat versucht –
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mit dem Ziel, das Profil der Sozialen Arbeit zu schärfen und Professionellen
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eine Hilfe zur Identitätsbildung und Begründung des Handelns zu liefern – in
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