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Unterscheidung von Bildungs- und Unterstützungszielen.
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Kopf, Herz, Hand: Ein mögliches Zielentwicklungssystem
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Auf der Ebene der Bildungsziele soll nicht nur der Verstand, sondern der
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ganze Mensch angesprochen sein. Obwohl explizit nicht ausgeführt,
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orientiert sich Schwabe (2019:124–197) in seinem Konzept der drei
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Zielebenen am Grundsatz der ganzheitlichen Bildung von Pestalozzi (1746–
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1827). Basis der pädagogischen Konzeption von Pestalozzi ist die
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gleichzeitige Ausbildung von Kopf, Herz und Hand. Ziele sollen demnach
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dem Kopf Aufgaben stellen, die Klientin soll motiviert sein, eine
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Entwicklungsaufgabe anzugehen, eine Kompetenz zu erwerben oder zu
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erweitern. Gleichzeitig soll ihr Herz angesprochen werden, die Ziele sollen
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für ihre Gefühle bedeutsam sein und schließlich die Möglichkeit eröffnen,
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etwas Konkretes zu tun (z. B. mit ihren Händen). Nach Schwabes Konzept –
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das eine eigentliche Methodik von Prozessgestaltung mit dem Hauptfokus
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auf Zielentwicklung darstellt – ist es wichtig, diese drei Ebenen auf eine
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stimmige Weise zusammenzuführen, damit Bildungsziele für Klientinnen
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wichtig, bedeutsam und motivierend sind. So kann ermöglicht werden, dass
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das Ziel immer wieder Anstoß und Motivation gibt, daran zu arbeiten (vgl.
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Schwabe 2019:125 ff.). In einem Zielerarbeitungsprozess sind auf Seiten der
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Professionellen hohe kommunikative und interaktive Kompetenzen
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erforderlich, damit die drei Ebenen entsprechend berücksichtigt wie auch in
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Einklang gebracht werden und sich Klientinnen und deren Herkunftssystem
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aktiv an einem Unterstützungsprozess beteiligen.
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In Schwabes Konzept finden sich Parallelen zu den Motto-Zielen von
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Storch und Krause, die sich bei ihren Motto-Zielen auf
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motivationspsychologische Grundlagen stützen und davon ausgehen, dass
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operationalisierte Ziele erst nach einer Zielbindung anhand attraktiver
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Haltungsziele, ebendieser Mottoziele, sinnvoll sind.
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Hierarchisierung
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Wie bereits weiter vorne ausgeführt: Zielformulierungen sollen
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hierarchisiert werden, d. h. einen unterschiedlichen Grad an Konkretheit
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aufweisen und sich auf unterschiedliche Zeiträume beziehen. Dabei kann
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zwischen Fern-, Grob- und Feinzielen unterschieden werden ( Abb. 25).
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• Fernziel: Ausgangspunkt bildet meistens das Fernziel, das oft im Auftrag
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enthalten ist und einen Orientierungsrahmen bietet für die weiteren
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Zielformulierungen.
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• Grobziele: Diese sind dem Fernziel untergeordnet und werden aus den
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zentralen diagnostischen Erkenntnissen formuliert. Als Kriterien für gute
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Grobziele gelten: sie sind – im Falle von Bildungszielen – den Klientinnen
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wichtig, bedeutsam und diagnosebasiert. Sie sind motivierend, werden als
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erreichbar angesehen und sind akzeptiert. Leitet man direkt von der
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Analyse zu den Zielen über, ist sorgfältig darauf zu achten, die Grobziele
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auf die gewonnenen Erkenntnisse in jenem Prozessschritt abzustützen,
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also analysebasiert auszuformulieren.
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