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11
Zielsetzung
Mit der Formulierung der handlungsleitenden Arbeitshypothese wird ein
erster Schritt von der Diagnose zu den Zielsetzungen unternommen, indem
der Fokus auf das gerichtet wird, was den eigentlichen Interventionsprozess
leiten soll. In diesem Kapitel interessiert nun die Frage: Was macht eine
gute analyse- und diagnosebasierte Zielsetzung aus und wie kommt sie in
kooperativer Weise zustande? Nach einer Begriffsklärung werden Aufgaben,
Bedeutung und Formen von Zielen beschrieben. Danach wird die Arbeit mit
Zielen in zwei weiteren Konzepten dargelegt, dem lösungsorientierten
Arbeiten in der Sozialen Arbeit und dem Zürcher Ressourcen Modell.
Schließlich finden sich Ausführungen zu Zielfindung und Zielsetzung sowie
inhaltliche und formale Hinweise für die konkrete Arbeit mit Zielen. Hier
wird u. a. erläutert, was wir unter einem professionellen Umgang mit Zielen
verstehen, wie beispielweise das gemeinsame Erarbeiten von Zielen mit
Klienten gestaltet werden kann. Auf dieser Grundlage illustrieren wir
anhand konkreter Beispiele, welche Anforderungen sich an das Formulieren
von Zielen in der Sozialen Arbeit stellen und was bei diesem Prozess
besonders zu beachten ist.
11.1
Aufgabe, Bedeutung und Formen
»Ob es besser wird, wenn es anders wird, weiß ich nicht. Dass es anders
werden muss, wenn es besser werden soll, ist gewiss« (Lichtenberg
2006:293). Dieser vielzitierte Ausspruch von Lichtenberg (17421799) aus
seinen Sudelbüchern zeigt auf, dass sich Situationen nicht von selbst
bessern. Es braucht Vorstellungen davon, wohin sich etwas verändern soll,
um den weiteren Prozess in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken. So
bieten Ziele auch in der Sozialen Arbeit eine handlungsleitende Grundlage
für den weiteren Unterstützungsprozess.
Doch zunächst soll genauer erörtert werden, was die Bedeutung von
Zielen ist. Abgeleitet vom griechischen Begriff Telos (Ende,
Schluss(punkt)) besagt der Begriff Ziel in den verschiedensten Disziplinen
und Lebensbereichen, dass das Denken oder Handeln auf etwas
ausgerichtet ist, das man erreichen möchte. Ziel bezeichnet einen zukünftig
zu erstrebenden Zustand, etwas, worüber man verfügen möchte und was
man im Augenblick nicht hat und als Mangel konstatiert. Meist äußert sich
der Impuls, das Fehlende auszugleichen oder den Mangel zu beheben, in
einer Vorstellung, einer Idee, einem Wunsch oder Anliegen. Damit es nicht
bei einer Wunschvorstellung bleibt und sich daraus ein Ziel entwickelt,
muss sich eine Idee über eine gewisse Zeitdauer hinweg mit einer