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erklärung und/oder widersprüchliche oder unklare Ziele zeigen (zu finden
unter ebd.:226 f.). Außerdem stellt die PRO-ZIEL-Basisdiagnostik zwei bis
drei Vertiefungsbögen zur Verfügung, die einzusetzen sind, wenn
vereinbarte Ziele wiederholt nicht erreicht werden (vgl. ebd.:229 f.,
2004c:107 ff.).
Die PRO-ZIEL-Bogen werden stets gemeinsam mit dem Klienten
ausgefüllt: Entweder werden ausschließlich die Einschätzung des Klienten
oder aber die unterschiedlichen Sichtweisen von Klient und Sozialarbeiterin
dokumentiert; Unterschiede zwischen Klienten- und Experteneinsicht
werden also systematisch erfasst. Ebenso wie PIE kann PRO-ZIEL eingesetzt
werden in der ambulanten Einzelfallhilfe bei erwachsenen Menschen, wenn
es um Problemfeststellung, Bedarfsabklärung und Prozessbegleitung geht.
Das wenig aufwändige Assessment bezieht sich auf alle Lebensbereiche
(wobei die Bereiche psychosozialer Gesundheit und extrafamilialer sozialer
Beziehungen nur gestreift werden). Die Einordnung von PRO-ZIEL unter die
quantitativen Analysemethoden ist nur teilweise schlüssig, werden die
Codierungen doch ergänzt durch qualitative Elemente (wir werden deshalb
unter Kapitel 9.6.2 noch einmal darauf zurückkommen). Die PRO-ZIELBasisdiagnostik basiert auf der impliziten Grundannahme, dass ein tieferes
Verständnis, warum etwas für einen Menschen problematisch ist, in vielen
Fällen unnötig ist und der Leitbogen ausreicht, bei dem direkt von der
Feststellung der Problembelastung zur Zielformulierung (und damit zur
Handlungsebene) übergegangen werden kann.
9.5.3
Sozialpädagogische Risiko-Ressourcenanalyse
Für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wurde in den 1990er Jahren im
Bayrischen Landesjugendamt sog. diagnostische Tabellen bzw. Checklisten
entwickelt, die sich als Beitrag zur Qualitätsentwicklung in der Kinder- und
Jugendhilfe verstehen (vgl. Hillmeier 2004:203) und etwas
missverständlich als »Sozialpädagogische Diagnose« (Bayerisches
Landesjugendamt 2001) bezeichnet wurden; der Untertitel »Arbeitshilfe
zur Feststellung des erzieherischen Bedarfs« (ebd.) umschreibt das
Instrument präziser.
Bei der Entwicklung des Instrumentariums sei versucht worden, den
aktuellen Stand entwicklungspsychologischer Forschung ebenso zu nutzen
wie das Erfahrungswissen von Sozialarbeiterinnen, so Hillmeier
(2004:204). Auf diese Weise sind Checklisten entstanden, die helfen könnten
»nichts Wichtiges zu vergessen und die gegenwärtige Bedarfssituation
zusammenfassend zu überblicken und zu dokumentieren« (ebd.:205). Sie
sind gedacht als Ausgangsdiagnostik zu Beginn eines
Unterstützungsprozesses (vgl. Hillmeier et al. 2004:53). Das
Instrumentarium besteht aus drei Skalen und einem Auswertungsblatt zur
Zusammenfassenden Feststellung des erzieherischen Bedarfs.
Zu Erleben und Handeln des jungen Menschen gibt es je eine Risikenund eine Ressourcen-Skala mit jeweils fünf Bereichen Körperliche
Beschwerden/Gesundheit, Seelische Störungen/Wohlbefinden,
Leistungsprobleme/-vermögen, Abweichendes Verhalten bzw.
Sozialkompetenz, Autonomiedefizite bzw. Autonomie und insgesamt je
75 Items, die für vier Alterskategorien ausdifferenziert sind und jeweils