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Hochuli Freund
31.7.17 S. 274
Teil 3 Fallarbeit mit KPG
Gruppentherapeutin:
Gruppenfähigkeit ist gegeben, Konfliktfähigkeit eher nicht gegeben. Introspektionsfähigkeit schwierig. Braucht viel Hilfe. Ist aufmerksam, kommt oft
zu spät. Manchmal ist sie überfordert. Emotional schnell überflutet. Sagt immer, sie sei traurig, wenig spürbar. Sehr auffällig: ihre grosse Bedürftigkeit.
Sucht Zuwendung und Anerkennung. Integration in Gruppe fraglich.
Pflege:
Guter Kontakt zu einzelnen Mitpatienten. Kommentiert alles (unangepasst),
überschwänglich, bedankt sich zu sehr. Hat etwas Distanzloses. Absolut unsicher. Teilweise egoistisch.
Psychiater:
Keine Schmerzen und keine Erschöpfung mehr waren medizinische Einweisungsgründe. Vor 1,5 Jahren Rückenschmerzen, hat Steroide, mit Nebenwirkungen, Husten. Ging dann in ein Spital, noch mehr Cortison, psychische
Probleme, Depression. Patientin ist das dritte von sechs Kindern, auf dem
Land aufgewachsen, schwierige Kindheit. Vater war Alkoholiker, gewaltbereit. Ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Hat früh geheiratet, Ehemann ist Alkoholiker, haben sich getrennt nach Erniedrigung, sind nicht geschieden. Ehemann wohnt momentan wieder in ihrer Wohnung. Ihre Kinder
sagen: »Tu nicht so blöd«. Patientin ist extrem vergesslich das muss abgeklärt werden. Im Verhalten nicht adäquat.
Themen Soziales:
Hat eine Invaliden-Rente (IV) mit Ergänzungsleistungen (EL), finanzielle Unterstützung vom Ehemann. Ist beim Sozialamt, die Tochter erledigt ihre
Post. Schwierige Wohnsituation mit Ehemann am Wochenende.
Der Psychiater definiert als Auftrag an die Sozialberatung, die Wohnsituation gemeinsam mit Frau G. zu bearbeiten. Die Wohnsituation und das (Abhängigkeits-?)Verhältnis zu ihrem Ehemann seien bislang in seiner Beratung
zwei grosse Themen gewesen, die aber doch eher im Aufgabengebiet der Sozialen Arbeit lägen. Sein Wunsch sei es, dass eine Lösung gefunden werde,
die nach dem Klinikaustritt für Frau G. funktioniere. Der Auftrag des Psychiaters passt zum grundsätzlichen Auftrag der Sozialberatung der Stabilisierung der physischen und psychischen Gesundheit der Patientin und dem Finden einer passenden Anschlusslösung an die Klinik.
Frau G. stimmt den Ausführungen der Professionellen über ihre Situation
im Allgemeinen zu. Sie merkt an, dass es ihr in der Klinik wohl sei und dass
sie für sich schon grosse Fortschritte gemacht habe. Sie fühle sich in der
Gruppe gut integriert. Die Bearbeitung ihrer Wohnsituation liege ihr am
Herzen. Sie möchte gerne alternative Wohnformen mit mir anschauen. Ich
verstehe dies als Auftrag von ihr. Wir vereinbaren deshalb, dass sie sich für
einen Termin bei mir meldet.
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