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Raw Blame History

letztlich die Autonomiebestrebungen von Klienten unterstützen oder sie (erneut) in Abhängigkeit führen. Professionsethisch sind die gewählten methodischen Vorgehensweisen gut vertretbar, sehen sie doch die größtmögliche Beteiligung der Klientinnen vor. Kritisch könnte es im Zwangskontext werden, wenn Klienten zwischen zwei Übeln wählen müssen und dadurch die (Bildungs-)Ziele nicht wirklich anstreben, obwohl sie verbal ausgehandelt sind. Zu beachten sind an dieser Stelle auch mögliche Loyalitätskonflikte bei Kindern und Jugendlichen, wenn sich ihre Zielvorstellungen mit denen ihrer Eltern nicht vereinbaren lassen. Die aufgeführten methodischen Überlegungen sind bewusst sehr allgemein gehalten und sie eignen sich grundsätzlich für jedes Praxisfeld. Allerdings beginnt die große Kunst bei der fallbezogenen Umsetzung. Die Ausführungen bei Schwabe (2019) zeigen in eindrücklicher Weise, dass das Entwickeln und Aushandeln von Zielen von den Professionellen hohe kommunikative Kompetenzen erfordert, weil anspruchsvolle Transformationsleistungen zu erbringen sind. Der Aufwand für die gemeinsame Zielfindung und -setzung wird in der Regel unterschätzt. Sollen die aufgeführten Aspekte gebührend berücksichtigt werden, ist mit einem hohen zeitlichen Aufwand zu rechnen, der sich lohnt, weil mit den Zielvereinbarungen eine Verbindlichkeit im Unterstützungsprozess hergestellt werden kann, die ein systematisches Arbeiten an Lösungen ermöglicht und von allen Beteiligten Anstrengungen und Leistungen erfordert. Bei jeder Zielfindung und -setzung ist in zweifacher Hinsicht Bezug zu nehmen auf den Prozessschritt Diagnose bzw. Analyse. Ausgangspunkt für die Überlegungen bildet einerseits das Ergebnis der Diagnose, das in der Form einer handlungsleitenden Arbeitshypothese vorliegt oder das Resultat der Analyse, das eine Fallthematik und klare Vorstellungen für den Interventionsbedarf aufweist. Anderseits weisen die Erfahrungen mit dem Klienten oder Klientensystem auf mögliche kritische Punkte hin, die beim gemeinsamen Prozess hin zur Zielsetzung besonders zu berücksichtigen sind.

11.5.2 Evaluationsfragen Kontinuierliche Selbstreflexion gehört zum Selbstverständnis, zum Habitus ( Kap. 6.2.2) von Professionellen der Sozialen Arbeit. Nach Abschluss des vierten Prozessschrittes hat sich der Sozialpädagoge folgende Fragen zu stellen: • Ist die Herangehensweise an das Finden von Grobzielen auf das Setting abgestimmt worden? Sind die Implikationen der strukturierten Offenheit angemessen berücksichtigt worden? • Ist es gelungen, die bisherigen Erkenntnisse aus Analyse und Diagnose zu berücksichtigen und den Blick auf Lösungen zu richten? • Sind die vereinbarten Grobziele positiv und klar formuliert und dokumentiert? • Konnten wenig motivierte Klienten (Zwangskontext) für die Zielfindung gewonnen werden?