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Zielführend erwiesen, weil damit die Besonderheiten der insgesamt so
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unterschiedlichen Fälle nicht genügend erfasst werden kann. Die Suche
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nach der einen Analysemethode ist u. E. ein unangemessener Versuch, die
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Komplexität sowohl des Feldes der Sozialen Arbeit als auch von
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Fallsituationen (mit ihren unterschiedlichen Problemstellungen und oft
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verschiedensten Beteiligten) zu reduzieren.
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Es ist einerseits die Aufgabe von Organisationen, geeignete
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Analysemethoden zu implementieren, andererseits aber auch ein
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Bestandteil von Professionskompetenz, gemäß den fallspezifischen
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Erfordernissen über die Wahl geeigneter Analysemethoden entscheiden zu
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können. Als methodischer Standard bei Kooperativer Prozessgestaltung gilt,
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dass im Minimum zwei Analysemethoden einzusetzen sind; mindestens
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eine davon soll die Einschätzungen von Klienten aufnehmen (Analyse mit
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Klientin, gemeinsame Analyse Fachkraft und Klient). Wichtig ist auch, dass
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mit einem Analyse-Zugang die Bewertung der fallführenden Fachkraft
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aufgenommen wird.
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Viele Analyseinstrumente haben einen spezifischen thematischen Fokus,
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auch dies gilt es bei der Auswahl zu berücksichtigen. Manche Verfahren sind
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standardisiert, andere offen und fallbezogen frei auszugestalten. Bei eher
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kurzfristig zu erfolgender Unterstützung und einfacheren Fällen eignen sich
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besonders wenig aufwändige Assessmentinstrumente (wie z. B. PRO-ZIEL,
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Problem-Ressourcen-Karten), die eine rasche Indikationsstellung
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ermöglichen. Notationssysteme bieten vielfältige Möglichkeiten, um auch –
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oft mit wenig Zeitaufwand und einfachen Mitteln – eine Selbsteinschätzung
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eines Klienten einzuholen und sie gemeinsam zu visualisieren. Bei
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komplexen Fällen sowie länger dauernden Unterstützungsprozessen sind
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aufwändigere (wie z. B. systemische) Analysemethoden und
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multiperspektivische Verfahren (z. B. Perspektivenanalyse wie MAP)
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angebracht, und/oder eine Kombination von sehr unterschiedlichen
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Methoden, oder auch der mehrfache Einsatz verschiedener einfacher
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Analyseinstrumente.
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Reflexion zur Durchführung und Auswertung
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In jeder Prozessgestaltung ist immer wieder neu zu überlegen, welche
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weiteren Analysemethoden einen hilfreichen Beitrag zum Herausarbeiten
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oder Modifizieren der Fallthematik leisten können.
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Offene Analysefragen werden eher zu Beginn oder ergänzend in der
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Alltags-Prozessgestaltung eingesetzt. Die Analysemethode der Reflexion des
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eigenen Erlebens kann sich ›unterwegs‹ als sinnvoller ergänzender Zugang
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erweisen, um Themen (wie etwa unterschwellige Emotionen), die rational
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wenig erfassbar sind, für die Fallbearbeitung greifbarer zu machen. Die
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Inszenierung der Perspektive des Klienten kann den Zugang zu einem
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Klienten eröffnen, der für die Professionellen wenig greifbar ist, vielleicht,
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weil er sich verbal nicht gut äußern kann, oder weil es noch nicht gelungen
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ist, eine Arbeitsbeziehung mit ihm aufzubauen. Wenig standardisierte
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Analysemethoden sind fallbezogen kreativ einzusetzen (z. B. in der Arbeit
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mit Klientinnen, oder auch in Fallbesprechungen auf der Fachebene).
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Der gemeinsame Suchprozess mit Klientinnen ist ein wesentlicher Aspekt
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von Kooperativer Prozessgestaltung ( Kap. 7.4). Analysemethoden, welche
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die Einschätzung einer Klientin aufnehmen, sind hierfür unverzichtbar –
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