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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
Gruppenphasen (insgesamt:1,5 Stunden) Da für Kinder mit der Erfahrung von häuslicher Gewalt auch viel Verunsicherung, Chaos, Verlust von Orientierung und Halt verbunden ist, gaben wir einen klaren Gruppenablauf vor. Diese Struktur bei jeder Sitzung beizubehalten war für uns deshalb sinnvoll, weil sie als gleichbleibendes Ritual den Kindern Sicherheit und Klarheit vermittelt. Einmal ließen wir von dieser Struktur ab, da es schien, als ob die Kinder sich gar nicht konzentrieren konnten und gingen mit ihnen auf den Spielplatz. Das haben wir anschließend allerdings bereut, weil der therapeutische Effekt dabei zu kurz kam und die Kinder letztlich auch enttäuscht waren - zu Recht, denn auf den Spielplatz können sie schließlich auch ohne uns.
Phase 1: Rollenwahl und kreieren der Geschichte, Förderung von Selbstbehauptung, Förderung von Kompromissbereitschaft/Konsensfindung Jede Sitzung begann mit einer Gesprächsrunde, bei der wir gemeinsam im Kreis saßen. Nachdem die Kinder Aktuelles aus Familie, Schule, Freundeskreis berichtet haben, fragten wir, was sie heute spielen wollten. Es war klar, dass der Hauptteil unserer Gruppenstunden das Spielen einer gemeinsam kreierten Geschichte war. Dazu wählten sich die Kinder als erstes eine Rolle (Tier, Mensch) aus, die wir dann mit den Kindern genauer beschrieben, damit sie sich auch gut identifizieren konnten. Z.B.: Wie sieht der Tiger aus? Ist es noch ein junger Tiger? Welche Eigenschaften hat er? Was kann er besonders gut? In diesem Zusammenhang stellten wir auch Spielregeln und Absprachen auf. Was ist erlaubt, was nicht? Wie kann man kämpfen, sich messen, angreifen, sich verteidigen, ohne sich wirklich wehzutun. Nach der Rollenwahl wurde der Ablauf einer gemeinsamen Geschichte entwickelt (siehe auch Kapitel Kompromissbildung). Die Kinder sollten am Anfang Tiere spielen. Wir schlüpften in menschliche Gestalten. Später übernahmen wir all jene Rollen, die für den Ablauf der Geschichte von den Kindern vorgeschlagen wurden, z.B. die Verkörperung von „bösen“/„aggressiven“ Rollen oder auch Helferrollen. Die Geschichte wurde in jeder Gruppensitzung neu besprochen. Dabei konnten die Kinder die Geschichte vom letzten Mal wiederholen oder weiterentwickeln. Sie konnten aber auch völlig neue Ideen einbringen und eine ganz neue Geschichte wählen. Die ersten 8 - 10 Sitzungen gab es den immer gleichen Rahmen, zum Ende der Gruppe hin hatten die Kinder sehr viele neue Ideen und wurden mutiger in ihren Spielentscheidungen.