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Gruppenarbeit mit Mädchen und Jungen im Frauenhaus
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Wie äußern die Kinder ihre Belastungen und Bedürfnisse in den Kindergruppen? In den Kindergruppen der Frauenhilfe sind überwiegend Kinder, die über einen längeren Zeitraum Gewalt gegen die Mutter miterlebt haben. Oft begann die Gewalt schon im Mutterleib, und die Kinder sind in einer Atmosphäre der Gewalt, Kontrolle und Abwertung aufgewachsen. Zudem sind sie häufig selbst körperlich, sexuell oder psychisch misshandelt worden. Wenn sie im Frauenaus ankommen, haben sie in der Regel eine Zuspitzung der Gewalt erlebt und sind aus ihrer äußerst unsicheren, aber gewohnten Umgebung herausgerissen worden. Um die Flucht, sich selbst und die Kinder nicht zu gefährden, informieren die Mütter ihre Kinder vorab nicht von ihrem Vorhaben. Einige Kinder werden auch eingebunden und zu strengstem Stillschweigen angehalten. Verwirrt und orientierungslos kommen viele Kinder im Frauenhaus an. Die Mütter befinden sich in der Regel in einer krisenhaften Situation. Doch meist schon im Aufnahmegespräch wird deutlich, dass die Verwirrung der Kinder tiefer geht. Wenn sie von ihrer Ankunft im Frauenhaus oder von Alltagssituationen sprechen, ist ihren Erzählungen schwer zu folgen. In der Regel fehlen ihnen sprachliche und auch nonverbale Verständnis- und Ausdrucksmöglichkeiten. Immer wieder scheinen Erinnerungen, insbesondere wenn sie Gewaltsituationen schildern, Lücken oder Ungereimtheiten zu enthalten. Schnell wird deutlich, dass sie sich selbst die Schuld für jeden Streit geben. So berichtet ein 10 Jähriger: „Ich habe ein Glas umgeschmissen, da ist der Papa ins Büro gegangen, dann hat ihm das Essen nicht mehr geschmeckt und er hat die Mama gegen die Wand geschmissen.“
Immer wieder kommt er im Laufe des Gesprächs auf das umgeworfene Glas zurück. Viele sprechen erst nach längerer Zeit und Vertrauensarbeit im Frauenhaus das erste Mal über die erlittene oder erlebte Gewalt und schämen sich. In der genaueren Beobachtung stellen wir fest, dass es den meisten Kindern in allen Lebensbereichen an altersgemäßen Kompetenzen mangelt. So gibt es Kinder, die mit fünf Jahren noch keine Sätze bilden oder nicht alleine auf eine Spielplatzleiter klettern können. Manche lernen die Funktion einer Ampel oder das Halten von Buntstiften erst bei Schulbeginn. Oder wir erleben 10bis 11-Jährige, die bei unseren erlebnispädagogischen Aktionen das erste Mal im Wald waren und ein Lagerfeuer erlebten. Meistens können sie ihre eigenen Fähigkeiten nicht angemessen einschätzen und neigen zu Über- und Unterschätzungen. Mehrfach haben wir erlebt, dass Kinder behaupteten, sie könnten schwimmen, im Schwimmbad ins tiefe Wasser sprangen und untergingen. Bei vielen ist das Gefühl, nichts zu können, durch die erlebten Abwertungen in der Familie und die häufigen Misserfolge sehr prägend. Die häufigsten Sätze, die wir in den Kindergruppen hören, sind: „Ich kann das nicht“