2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/447.md

1.5 KiB
Raw Blame History

6.2.5 Ressourcenorientierung Leider ist der Begriff der Ressourcenorientierung inzwischen abgenutzt. Mit ihm wird viel herumjongliert, ohne dass er systematisch reflektiert und tatsächlich zu einer Leitlinie von „Diagnostik“ und Intervention gemacht würde. Ich möchte im Folgenden das weite Feld der Ressourcen aufzeigen, das sich dem systemischen Blick eröffnet:

Mikrosystemisch (die familiäre Binnenkultur): Verwandtschaftsbeziehungen und „Wahlverwandtschaften“; an gemeinsamen Interessen orientierte familiäre Subsysteme; hilfreiche Familien- bzw. Paargeschichten, familiäre Leitideen und Traditionsbildungen; bisher erfolgreiche Lösungsversuche bzw. -strategien in schwierigen Lebens- bzw. Konfliktsituationen; die Rekonstruktion glücklicher bzw. zufrieden stellender Beziehungssituationen der Vergangenheit; besondere Kompetenzen eines Familienmitglieds; Gefühle der Verbundenheit, Liebe, des Vertrauens, der Intimität; Loyalitätsbindungen im Kontext einer ausbalancierten bzw. ausbalancierbaren familiären Gerechtigkeitsbilanz; eine positiv konnotierte Familienidentität und Familienselbstwertzuschreibung; ausreichender Wohnraum. Mesosystemisch (die Verknüpfung der Familie mit anderen wichtigen sozialen Systemen): Freundschafts- und Nachbarschaftsbeziehungen; Einbindung eines Familienmitglieds in außerfamiliäre Systeme (z. B. Schule, Kita, Betrieb); sozialkulturelle Infrastrukturangebote wie Volkshochschule, Spielplätze, Jugendhäuser usw.; Maßnahmen der Jugendhilfe;