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„Wie regeln Sie die Beteiligung der Familienmitglieder an der Haushaltsarbeit?“ Sie führt bei den Befragten zu einer für Veränderungen notwendigen kognitiv-affektiven Fokussierung auf wichtige Beziehungsthemen und -muster; in diesem Fall vielleicht zu der Frage, wieweit die Haushaltsarbeit und andere Beiträge zur Haushaltssicherung (z. B. Erwerbsarbeit) gerecht verteilt sind. Die Antwort der Adressatinnen ist das Ergebnis eines reflexiven Aktes. In ihm beziehen sich die Betroffenen auf sich selbst. Das ist der Anfangspunkt für die Entwicklung eigener Fragen, neuer Ideen und Sichtweisen hinsichtlich des Problems und seines Beziehungskontextes. In diesem Sinne führt eine „diagnostische“ Frage nicht nur zu einer „diagnostischen“ Antwort, sondern stößt erste Veränderungsprozesse bei den Adressatinnen an; aus der Perspektive der Sozialarbeiterin ist sie deshalb auch als Intervention zu bewerten. Umgekehrt enthält die Antwort der Adressatinnen auf eine „Intervention“ auch für die hypothetische Beschreibung nützliche Informationen. Zum Beispiel lässt eine Antwort auf die primär als Intervention gedachte hypothetische Frage: „Was würden Sie morgen früh als Erstes tun, wenn Sie aufwachen und merken, dass sich ihr Problem verabschiedet hat?“, eine Hypothese zu, inwieweit die Adressatin dieser Frage den Blick noch auf Situationen jenseits der Problemdefinition richten kann. Fazit: Jede Methode hat eine „diagnostische“ bzw. beschreibende und eine „intervenierende“ Funktion. Diagnose ist als „Interpunktion“ eines weiterführenden Prozesses und nicht als abschließende Wahrheitsaussage zu verstehen, Intervention als methodische Anregung und nicht als technische Manipulation des Systems.