2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/238.md

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4.2.2.3Die Projektphase In dieser Phase entscheidet sich ein Paar, ob es durch Kinder in den Status einer Familie überwechseln oder die Paarebene weiterhin als Mittelpunkt seiner Beziehung definieren will. Beiden Optionen gemeinsam ist die phasenspezifische Aufgabe: etwas Drittes zu finden, über das die Beziehung ausgeweitet und zugleich neu zentriert wird. Dieses Dritte nenne ich ein Projekt. Es ist eine langfristig angelegte Erkundung neuer Gebiete auf der Beziehungslandkarte, ein Experiment mit den eigenen Beziehungsressourcen und Verhaltensspielräumen, ein Spiel mit dem Risiko des Scheiterns. Das Projekt ist zugleich eine Probe auf die langfristige Stabilität der Beziehung bei neuen Belastungen und zugleich die Eröffnung von Beziehungschancen jenseits der Dyade. Dieses Dritte ist notwendig geworden, weil bestimmte Wünsche, Kompetenzen und Selbstzuschreibungen in der Dyade nicht genügend gefordert und gefördert werden; die gegenseitige Kenntnis voneinander zu einer Wiederholung bisheriger Verhaltensweisen, Gefühlen, Handlungen, Erfahrungen führt und Langeweile an die Stelle von Neugierde, Leidenschaft und Erstmaligkeit zu treten droht. Im weiteren Verlauf verzweigt sich der Lebenszyklus von Paaren und Familien. Die Projekte von Paaren, die kinderlos bleiben wollen bzw. müssen, können sich auf vielfältige Wegen entfalten, z. B.: gemeinsame Fortbildung und Zusammenarbeit im Rahmen von Jobsharing; Übernahme eines gemeinsamen Betriebs oder einer gemeinsamen Praxis; gemeinsame Tätigkeit in politischen oder kulturellen Organisationen und Projekten; Ausbau gemeinsamer Hobbys.