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2.1 KiB

Ich komme zu den Botschaften der Umwelt an das wahrnehmende Subjekt zurück. Diese lassen sich in verschiedene Formen einteilen: taktil (Empfindungen der Haut), visuell (sehen), auditiv (hören), olfaktorisch (riechen) und gustatorisch (schmecken). (Die taktilen, olfaktorischen und gustatorischen Reize gehören zu dem unter 2.4.3.2.2.2.4 dargestellten „kinästhetischen Repräsentationssystem“ bzw. „Kommunikationskanal“.) Wird der Reizschutz (in dem Schaubild als Mütze dargestellt) durch die Kombination von psychischer Aufmerksamkeit und Reizstärke überwunden, werden die wahrgenommenen Botschaften ein Teil des Ultrakurzzeitgedächtnisses (UKZG); dessen Begrenzung liegt bei 20 Sekunden. Werden die neuronalen Impulse innerhalb von 20 Sekunden durch die Aktivierung eines oder mehrerer schon vorhandener Schemata verstärkt und damit als bedeutsam erkannt, werden sie diesen zugeordnet und treten als dessen Teil in den Bereich des Kurzzeitgedächtnisses (KZG) ein. Diese aktivierenden Schemata werden von der empirischen Persönlichkeitspsychologie als Motive beschrieben (Hermann 1969). Die Psychoanalyse versteht sie als zumeist unbewusste Fantasien, Bilder im Kontext von Wunsch und Angst, die sich mit wahrgenommenen Anregungen der Umwelt verbinden. In dieser Kombination entstehen durch das „Es“ geleitete Handlungen, die auch die Qualität von Symptomen oder Fehlleistungen haben können (Freud 1969a). Gelangt die Botschaft durch neuronale Impulse in das Kurzzeitgedächtnis, kann eine erneute Aktivierung von Schemata und damit ihre Verstärkung erfolgen. Die dadurch mögliche Integration in ein schon vorhandenes Schema bzw. die Bildung eines neuen ermöglicht die Verbindung mit schon Gewusstem, das dadurch eine Erweiterung bzw. eine neue Gestalt gewinnt. Alles, was 20 Minuten lang im Aufmerksamkeitsfokus des wahrnehmenden Subjektes bleibt, wird als Schema in das Langzeitgedächtnis (LZG) übernommen. Die Muster des Langzeitgedächtnisses sind biochemisch materialisiert; das Ultrakurzzeit- und das Kurzzeitgedächtnis verbleiben im Status leicht vergänglicher neuronaler Prozesse. Die Materialisierung ermöglicht