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2.4.3.3Das System als sich in Zeit und Raum verändernde Gestalt Wir können ein System durch Vorstellungen und Bilder visualisieren. Dann entsteht eine Systemgestalt, z. B. die im Zentrum von Abbildung 2 grafisch dargestellte Familie als Beobachtungssystem. Im Rahmen einer solchen Gestalt werden Strukturen deutlich, die als markante Komponenten der Gesamtorganisation die Kommunikations- und damit Lebensfähigkeit des Systems sichern. Die Gestaltpsychologie als eine der wichtigen Wurzeln des systemischen Paradigmas hat den Begriff der Gestalt geprägt. In ihr verknüpfen sich Elemente zu einer Einheit, die sich als Vordergrund eines Gesamtbildes präsentiert. Ohne den zum Gesamtbild dazugehörigen Hintergrund („äußerer Kontext“) hätte die Gestalt im Vordergrund keine eigenständige Existenz. Als raum-zeitliche Gestalt wird das System durch folgende Komponenten definiert:

Grenzen: Jede Systemgestalt zeichnet sich durch eine Grenze gegenüber ihrer äußeren Umwelt aus, die den Unterschied zwischen innen und außen definiert. Ohne diese Grenze hätte sie keine eigene Identität und damit keinen „Eigensinn“ (Thiersch 1992). Eine Familie kann ihre Grenze über eine eigene Identitätsbeschreibung festlegen: „Im Unterschied zur Familie X gelten bei uns die Regeln X, die Werte Y und die Normen Z.“ Auch die Wände der Wohnung, die als sozialräumliches Kommunikationsfeld der Familie verstanden werden kann, definieren eine Grenze. Grenzen können in Anlehnung an Minuchin als mehr oder weniger „offen, undurchlässig oder diffus“ beschrieben werden (vgl. Minuchin 1977; 2.4.1.3 u. 6.6.2.3.2). Die Beziehung von Kontext (Umwelt) und System: Die Grenze trennt das System von seiner Umwelt. Umwelt und Kontext können als gleichbedeutende Begriffe verwendet werden. Im Lateinischen hat contextus die Bedeutung von „Zusammenhang“. Kontexte bilden den übergeordneten,