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verbannen. Professionelle Helfer*innen, die durch ihren Beruf mit Traumata konfrontiert werden, werden mit der eigenen Verwundbarkeit in ihrer natürlichen Umgebung konfrontiert. Das ist gerade dann, wenn Kinder betroffen sind, eine besonders schmerzhafte Auseinandersetzung. So ist die Geschichte der Wahrnehmung von Traumata auch die Geschichte einer periodischen Tabuisierung. Die gesellschaftlichen Reaktionen sind „[…] selten Ergebnis objektiver und rationaler Einschätzungen. Sie sind eher hauptsächlich Folge konservativer Impulse im Dienste der Aufrechterhaltung der Annahme, dass die Welt im Wesentlichen gerecht ist, dass ‚gute‘ Menschen ihr Leben im Griff haben und dass nur ‚schlechten‘ Menschen Schlimmes zustößt.“ (van der Kolk u. a. 2000, S. 51) Traumatische Realität kann nur dann im Bewusstsein bleiben und erforscht werden, wenn die gesellschaftliche Wirklichkeit dies zulässt. Wenn die Unterordnung von Frauen und Kindern in einer patriarchalen Gesellschaft infrage gestellt wird, wenn Kriegsveteranen keine Helden sein müssen, wenn Folteropfer gehört werden, wenn Eltern nicht als Eigentümer ihrer Kinder gelten etc. und wenn Einzelne oder Gruppen von Betroffenen – wie z. B. von dem eigenen Vater sexuell missbrauchte Frauen – den Mut haben, auf sich aufmerksam zu machen. Und wenn von Krieg und Armut betroffenen Menschen mit Mitgefühl und Solidarität begegnet wird. Traumata werden seit Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit Kriegserlebnissen und sexueller Gewalt wahrgenommen. Im republikanischen und antiklerikal geprägten Frankreich im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurde als das wahrscheinlich wichtigste Vermächtnis der Psychiatrie die Entdeckung des traumatischen Ursprungs der Hysterie durch den Arzt und Neurologen Jean-Martin Charcot (1887) in der Salpetrière (Krankenhausgelände in Paris) und seinem Nachfolger Pierre Janet möglich. Janet verdanken wir die erste umfassende Beschreibung der Wirkungen eines Traumas auf die Psyche. Er war der Auffassung, dass furchterregende Ereignisse und die dazugehörigen heftigen Emotionen dazu führen, dass Menschen die Erinnerungen an diese Erfahrungen nicht in das Bewusstsein integrieren können. Janet beobachtete auch, dass seine Patienten durch Erinnerungen an die überlebten Traumata Reaktionen zeigten, die bei der ursprünglichen Reaktion