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und für die Pädagoginnen nicht mehr auszuhalten sind oder sie hilflos machen: Julia möchte beim Abendbrot Details über sexuelle Gewalt loswerden. Sie empfängt jeden Erwachsenen, jedes Kind in der Gruppe mit den Worten „Weißt du, warum ich hier bin?“, bereit, über die sexuellen Gewalterfahrungen zu erzählen. Julia will wissen, wie die Erwachsenen und Kinder reagieren. Erwachsene wenden sich ab, die Pädagoginnen sind entnervt, die Kinder lachen über sie.

Julia weiß nicht, dass das Zuviel, die instinktive Erregung und ihre Hilflosigkeit auch die Kinder und Erwachsenen belastet. Sie kann nicht wissen, dass diese Verarbeitungsstrategie ihr möglicherweise schadet. Sie braucht den Schutz der Pädagog*innen. Bei der Thematisierung von sexuellem Missbrauch ist auf das für das Mädchen und den Jungen richtige Tempo zu achten.

Sexualisiertes Verhalten gemeinsam verstehen

In jeder Jugendhilfeeinrichtung leben Opfer und potenzielle Täter und Täterinnen zusammen. Die sexuellen Normen der Mädchen und Jungen sind meist unangemessen. Sie agieren mit nicht altersentsprechenden sexuellen Verhaltensweisen. Möglicherweise reinszenieren sie auf der Opfer- oder auf der Täterseite. Sie prostituieren sich oder sie missbrauchen andere. Das macht hilflos. Pädagog*innen berichten öfter von ihrer Scheu, sexualisierte Berührungen durch Mädchen und Jungen zu thematisieren und klare Grenzen zu setzen. Möglicherweise ist die Sprachlosigkeit größer, wenn es um gleichgeschlechtliche Berührungen geht: Lauras Berührungen, vorwiegend ihre Berührungen der Frauen, sind sexualisiert. Alle Pädagoginnen sind genervt, wenn Laura auftaucht, sie verspüren bisweilen auch Ekel. Laura spürt die Ablehnung, sie versteht aber die Gründe dafür nicht, weil sie so ihrer Zuneigung Ausdruck verleiht.