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Sie stellen Schulen und Lehrkräfte mit ihrem Verhalten vor hohe
Herausforderungen, führen an Grenzen und lösen häufig Hilflosigkeit sowie in der Folge dessen auch Abwehr aus.“ (Quack/Fremmer
2017, S. 655)
Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen
sind in der Schule extrem gefordert. Viele von ihnen reagieren auf
diese Anforderungen mit störungswertiger Dissoziation, was als Unwillen gewertet wird. Ulrike Ding fordert dissoziative Phänomene
im Schulalltag zu erkennen und als Korrektiv einen so weit als möglich sicheren Ort, das bedeutet auch die Minimierung von Stress
und Beschämung, zu gestalten (Ding 2014). Schulpädagogische
Handlungsoptionen wie bindungsorientierte Erziehung, Lernund Lebensräume und eine traumasensible Förderung ermöglichen Lern- und Lebensräume für Jugendliche mit biografischen
Verletzungen (Quack/Fremmer 2017, S. 662 ff.). Alle bisher beschriebenen traumapädagogischen Interventionen lassen sich auch
in Bildungseinrichtungen umsetzen. So kann/muss die Kooperation
mit Schulen Teil eines traumasensiblen Netzwerkes werden, auch
mit berufsbildenden Angeboten.
Letztendlich kommt es darauf an, das Mädchen, den Jungen
bei der Entwicklung einer Zukunftsperspektive zu unterstützen
und diesen Weg Schritt für Schritt gemeinsam zu gehen. „Junge
Menschen in der Heimerziehung schildern in den Interviews vermehrt die psychische Belastung, welche die Unsicherheit über die
Fortführung der Hilfe ab der Volljährigkeit bei ihnen ausgelöst
hat.“ (BMFSFJ 2019, S. 101, https://www.mitreden-mitgestalten.
de) Die Mädchen und Jungen müssen ihre Berufsausbildung in
der Regel alleine bewältigen und dies oft zeitgleich mit dem Auszug aus der Einrichtung. Wie hoch muss der Stress für sie sein!
Heiminterne Ausbildungen können diesen scheinbar besser auffangen: „Erstaunlicherweise übertrifft die Effektivität der heiminternen Ausbildungen zum Ende der Hilfe sogar die der externen
Ausbildungen. So werden Ziele besser erreicht, Ressourcen in
stärkerem Maße gefördert und Defizite (z. B. Delinquenz, Unselbständigkeit, relative Leistungsschwäche in der Schule) besser
reduziert“ (Macsenaere/Esser 2015, S. 96). Ziel dieser Einrichtungen
ist es, herausfordernden Jugendlichen die berufliche Integration und