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229 Selbstbestimmte Nähe und Distanzregelung in Liebesbeziehungen und in Freundschaften Entwicklung von Durchsetzungsvermögen Umgang mit Kommunikationsmedien Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung ist ein relativ neues Stichwort in der geschlechterbezogenen Pädagogik. Wie bereits beschrieben, ist die direkte Erfahrung, ich kann für meinen Körper sorgen, ich kann wiedergutmachen, eine wichtige Erfahrung. Auch die Themen der Gesundheitsförderung sind geschlechtsspezifisch. Bei Mädchen geht es z. B. um Diät, Ernährung, Beauty-Tipps, Körperpflege, Stress und Entspannung, Gesundheitstrends und Bildungsangebote. Ihre Gesundheitsressourcen sind ein präventives Interesse an Gesundheitsförderung, Körperaufmerksamkeit, Beziehungsaufgaben, die Vielfalt berufsbiografischer Optionen und Grenzakzeptanz. Diese Themen haben Platz im pädagogischen Alltag als auch in gruppenspezifischen Angeboten. In Mädchenräumen können sie mit und ohne Unterstützung von Erwachsenen ihre Erfahrungen und Unsicherheiten zu Frauenthemen austauschen. Sie können sich aussprechen und erzählend entwickeln. Solche Angebote müssen zum Schutz für die Mädchen, die nicht die inneren und sozialen Ressourcen haben, in den meist koedukativen Einrichtungen der stationären Jugendhilfe vorhanden sein, z. B. Mädchencafés, Mädchengruppen etc. Die gesellschaftliche Entwicklung, die Öffnung von Rollenzwängen durch die Individualisierung bedeutet einen Funktionszuwachs parteilicher Mädchenarbeit (Wallner 2010; Weber 2001). Welche Frauenrolle gefällt mir? Welche kann ich überhaupt ausfüllen, welche Ressourcen brauche ich dazu, welche Grenzen gibt es und wie komme ich dahin? Bei dieser Suche benötigen die Mädchen Unterstützung durch ein offensives Thematisieren. Die Umsetzung von → § 9 Abs. 3 SGB VIII z. B. durch die Aufnahme der zahlreichen Impulse von Mädchenprojekten steht in den traditionellen Einrichtungen der Jugendhilfe immer noch aus.