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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
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auftreten. Diese Tendenz kann sich verstärken, so dass die Betroffenen anfangen,
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immer mehr Alltagssituationen zu vermeiden (vgl. Schneider & Herren, 2013). »Die
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Furcht vor einer Panikattacke ist immer mit der Sorge bezüglich möglicher vegetativer Symptome verbunden (…), z. B. einen Herzinfarkt zu erleiden oder einem
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Schlaganfall zu unterliegen« (Petermann et al. 2000b, S. 237). Teilweise berichten
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die Betroffenen aber auch von kognitiven Symptomen, wie der »Angst, verrückt zu
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werden« (Schneider & Herren 2019).
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In vielen Fällen gibt es Verbindungen zwischen Panikstörungen und Agoraphobie.
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Unter Agoraphobie (ICD-10: F40; ICD-11: 6B02) bezeichnet man die Angst, alleine
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an bestimmten Orten oder in bestimmten Situationen zu sein, wie z. B. ein Geschäft
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zu betreten oder sich in einer größeren Menschenmenge aufzuhalten. Es wird unterschieden zwischen Agoraphobie mit und ohne Panikattacken.
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Bei Agoraphobie mit Panikstörung versuchen Patienten, die Orte zu vermeiden,
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an denen sie ihre ersten Panikattacken hatten oder von denen sie vermuten, dass sie
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dort wieder Panikattacken bekommen könnten. »In schweren Fällen kann die
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Tendenz zur Vermeidung alltäglicher Lebensumstände zunehmen – bis zu dem
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Maße, dass die Betroffenen zu ängstlich sind, um überhaupt noch das Haus zu
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verlassen« (Essau 2014, S. 45).
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Panikstörung sowie Agoraphobie gehören nicht zu den klassischen Angststörungen des Kindes- und Jugendalters, sie treten meist eher im späteren Jugendoder Erwchsenenalter auf. (Schneider & Herren, 2013). Die Kriterien der Klassifikation entsprechen sich also.
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Die Panikstörung wurde im ICD-11 (Codierung: 6B01) keinen konzeptionellen
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Änderungen im Vergleich zum ICD-10 (F41.0) unterworfen. Bei der Agoraphobie
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wurden die Kriterien leicht geändert: es wurden auch Befürchtungen bezüglich
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spezifischer negativer Konsequenzen aufgenommen, sowie Sorgen vor Situationen
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mit erschwerter Flucht bzw. ohne Hilfe (Vloet & Romanos 2021).
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Soziale Phobie/Soziale Angststörungen
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Soziale Ängste von Kindern in fremden Situationen sind zunächst angemessen. Die
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Ängste können sich allerdings ausweiten und so weit führen, dass Kinder den
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Kontakt insbesondere zu unbekannten Personen (außerhalb der Familie) vermeiden
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und dann gar nicht in der Lage sind, zu anderen Menschen eine Beziehung aufzunehmen. Ein zeitliches Kriterium für diese »Störungen mit sozialer Ängstlichkeit des
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Kindesalters« ist, dass sie mindestens vier Wochen dauern und vor dem sechsten
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Lebensjahr auftreten. Oft sprechen sozial ängstliche Kinder im Kontakt mit Unbekannten oder in der Gruppe sehr leise, trauen sich nicht, in der Schule etwas zu
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sagen, oder vermeiden den Augenkontakt mit Fremden. Dagegen fühlen sie sich im
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Umgang mit vertrauten Personen (Freunde, Familie) sicher und haben zu diesen
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qualitativ hochwertige Beziehungen (Heinrichs, 2019).
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Die zentralen Merkmale der sozialen Phobie sind »zum einen die Angst vor unvertrauten oder fremden Personen, zum anderen vor Situationen, in denen eine
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soziale Hervorhebung und Bewertung möglich ist. Dementsprechend versucht ein
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Kind, ihm unvertraute Personen sowie soziale und Leistungssituationen zu ver98
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