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Besonderheit der Situation und seine „höheren Weihen“ ausdrückende
Zelebrieren der Handlung (siehe Imber-Black et al. 1995, S. 77).
Hier einige Beispiele:
Stichwort Alltag: Das Alltagsritual der Abendmahlzeit im Familienkreis
betont das Thema der Mitgliedschaft, eventuell auch das des
Meinungsaustausches, wenn dies der anerkannte Rahmen für
Gespräche über die Tagesereignisse oder alle Familienmitglieder
betreffende Informationen ist.
Stichwort Zeit: Das Zubettgehritual markiert den Übergang vom Tag
zur Nacht, den Eintritt in die Welt der Träume, die Sicherheit des
häuslichen und familiären Rahmens für die täglich zu bewältigenden
Anforderungen. Mitgliedschaft und Identität sind hier die wichtigen
Themen, aber auch Heilung, wenn z. B. im Tagesverlauf erlittene
psychische oder körperliche Verletzungen in den Hintergrund treten
und durch die tröstende Gutenachtgeschichte aufgefangen werden.
Die Silvesterfeier markiert den Übergang von der Vergangenheit in
die Zukunft im Kontext einer die Zeit übergreifenden persönlichen
und sozialen Identität. Das alte Jahr wird bilanziert, Wünsche und
Erwartungen für das neue werden im Kreis der Familie öffentlich
gemacht und damit in den Horizont des Möglichen eingeholt. Die
entsprechenden Themen sind Mitgliedschaft und Identität, eventuell
auch Heilung, wenn die Gesundheit im Vordergrund von Bilanz und
Erwartungen steht, oder der Meinungsaustausch, wenn über die
politischen Aussichten für das kommende Jahr gestritten wird.
Stichwort: Übergänge: Die Taufe kann als ein typisches Übergangsund Initiationsritual unserer Kultur verstanden werden. Nachdem das
Kind durch die Geburt in sein eigenes Leben und das der Familie
eingetreten ist, wird es nun zum Mitglied der religiösen und
weltlichen Gemeinschaft. Die Taufzeremonie verbindet das Kind und
seine Familie mit der göttlichen Fürsorge und Weisheit und gibt dem
persönlichen Leben einen höheren Sinn. Zugleich markiert sie den
Eintritt in den engeren gesellschaftlichen Kontext: Verwandte,
Freunde, Nachbarn sind zugegen. Die Paten symbolisieren den
Beistand, den das Kind auch jenseits der engsten Familie in seinem
sozialen Umfeld erwarten kann es ist nicht zur Einsamkeit
verdammt, und so lässt sich auf ein gelingendes Leben hoffen. Hier