2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/312.md

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oder eine Belastung ist. Wenn wir zu dem Ergebnis kommen,
daß es sich um einen Stressor handelt, bestimmt die
Einschätzung weiterhin, ob es sich um einen Schaden oder
einen Verlust, einen drohenden Schaden oder Verlust
(Lebensstressoren) oder um eine Herausforderung handelt.
Schaden oder Verlust beziehen sich auf Störungen und Leiden,
die schon eingetreten sind, während die erlebte Bedrohung
Verlust und Schädigung in der Zukunft antizipiert, wie bei der
Ankündigung, daß eine Fabrik oder Firma stillgelegt wird. Im
Fall
von
Schaden
und
Verlust
sind
die
Bewältigungsbemühungen darauf gerichtet, den Stressor zu
überwinden, zu reduzieren oder zu tolerieren. Im Falle der
Bedrohung zielen die Bewältigungsbemühungen darauf ab, den
gegenwärtigen Stand der Dinge aufrechtzuerhalten, den
antizipierten Schaden oder Verlust zu verhüten oder die
Auswirkungen zu mildern. Wir bewerten eine Lebenslage als
Herausforderung, wenn wir denken, daß wir über die
persönlichen und Umwelt-Ressourcen verfügen, sie zu
meistern“ (Germain u. Gitterman 1983, S. 13 f.; Hervorh. im
Orig.).
2. Phase: Der „sekundäre Bewertungsschritt“. Wird im Zuge
dieser Ersteinschätzung eine Situation als Stresssituation
interpretiert, findet die sekundäre Einschätzung statt. Sie
verbindet sich mit der Coping-Frage: „Was kann ich tun, um die
schwierige Situation zu bewältigen?“, „Welche körperlichen,
psychischen, materiellen und sozialen Ressourcen stehen mir
zur Verfügung?“, Welche Folgen wird mein Handeln haben, und
wird es erfolgreich sein?“
3. Phase: Das Coping im engeren Sinne. Es entsteht nun ein
kognitiv-affektives Schema, das manchmal bewusst und auch
neu ist, meistens aber durch den automatischen Rückgriff auf
ähnliche Situationen diffus-halbbewusst hergestellt wird. Die zu
seiner Umsetzung notwendigen Ressourcen werden aktiviert,
bzw. es werden neue erschlossen. Coping umfasst das