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an die Geschichten meiner Familie väterlicherseits über Verfolgung
und Widerstand im Nazi-Deutschland. Sie waren Beispiel und
Aufforderung, das Leben nach dem Bild des „aufrechten Ganges“
(Bloch 1973) und der sozialen Solidarität zu organisieren.
Es gibt Geschichten mit erklärendem und Sinn stiftendem
Charakter, die zugleich einen Anschluss an historische Konstellationen
ermöglichen. Zum Beispiel wurden in vielen deutschen Familien nach
1945 Geschichten über die Erfahrungen und Handlungsweisen der
Familienmitglieder während des „Dritten Reiches“ erzählt, welche
einerseits die Nichtbeteiligung an den Verbrechen der Nazi-Zeit
herausstellen und andererseits die gegenwärtige Einstellung zur
Politik begründen sollten. Andere Geschichten leben von ihrer
Funktion, Handlungsforderungen zu legitimieren. Sie rufen vielleicht
besondere Gefolgschaftstreue oder gerade Ablehnung, Unbehagen,
Kritik hervor. Im zweiten Fall neigen die Zuhörerinnen vielleicht mehr
zu einer ideologiekritischen Dekonstruktion als zu einer adaptiven
Rekonstruktion. Hier können wir an die 68er-Generation und ihren
Umgang mit den Geschichten der Eltern über die Nazi-Zeit („Wir
wussten nichts davon“), den Krieg („Auch wir haben gelitten“) und
die Nachkriegszeit („Ärmel aufkrempeln, zupacken, aufbauen“)14
denken.