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Persönlichkeit“ (Stierlin 1975d, S. 50 ff.), also derjenigen, die
aufgrund ihres Status über die größere Definitionsmacht im System
verfügen. Das sind meistens, aber nicht immer die Eltern. Wir kennen
aus Familienanamnesen Beispiele, dass mit einem starken
Temperament begabte Kinder ihre Eltern zu einer deren psychische
und körperliche Kräfte überfordernden Sorge einladen. Diese
Überforderung setzt dann eventuell seitens der Eltern eine Dynamik
der Ablehnung, der Ambivalenz oder der eigenen depressiven
Unfähigkeitserklärung in Gang, die von den Kindern komplementär
beantwortet wird. Sie begegnen dem wahrgenommen Rückzug der
Eltern mit einer umso stärkeren Einladung zum Engagement, die
auch die Qualität von Symptomen erreichen kann, z. B. permanentes
Schreien, psychosomatische Erkrankungen, Aggressionen, nächtliche
Angstattacken oder psychotische Krisen.
Im Folgenden einige aus familiendynamischer Sicht wichtige
Aspekte des Sozialisationssystems Familie:
Die uns heute beeinflussenden Familienbilder sind Ergebnis
einer langen kulturellen Entwicklung. Bis zum 19. Jahrhundert,
in Bauern- und Handwerkerfamilien noch länger, war die Familie
für alle sozialen Klassen eine Einrichtung zur Existenzsicherung.
Sie war das ganze Haus (oikos), in dem Eltern, eventuell
Großeltern, Kinder, Gesinde, Tiere usw. unter einem Dach
lebten, produzierten, reparierten, Handel betrieben oder wie
in Adelsfamilien ihre territoriale Herrschaft sicherten (Ariès
1975). Auch die Kinder waren durch ihren Arbeitsbeitrag und
ihre zukünftige Aufgabe, die alt gewordenen Eltern und
möglicherweise unversorgt gebliebenen Familienmitglieder
materiell abzusichern, ein Teil dieses vorwiegend instrumentell
ausgerichteten Systems. Für die uns heute wichtige Intimität,
emotionale
Offenheit,
Zärtlichkeit,
gegenseitige
Rücksichtnahme und Sensibilität war wenig Platz. Mit der auf
Individualität und psychische Differenzierung angelegten
bürgerlichen Kultur entstand auch ein neues Familienbild. Die
Kinder erhielten für die Eltern einen eigenständigen