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Konsumverhalten Idealbilder von Beziehungen, Körperästhetik und
Lebensphasen in modische Trends gegossen und unter die Leute
gebracht werden. Überspitzt formuliert: Heute darf jede einzelne
Person das tun, was viele andere auch tun, früher dagegen wurden
Verhaltensstandards in der sozialen Kommunikation erzwungen. Die
neuen Medien begünstigen auch eine räumlich-zeitliche Mobilität. Wir
sind über Handy an allen Orten der Welt erreichbar, können über Fax
und Internet Informationen austauschen und Entscheidungen treffen,
sind über die Situation in allen Kontinenten informiert und können in
kurzer Zeit an fast jedem Ort der Welt persönlich anwesend sein. Wir
entscheiden uns in der Gegenwart zwischen mehreren möglichen
Zukünften, deren oft kurzfristige Rückmeldung vielleicht eine
Neuorientierung bei der Zukunftsplanung erforderlich macht.
In diesem Zusammenhang löst sich auch ein traditionelles
Verständnis von Heimat auf. Sie ist nicht mehr für alle der räumliche
Kontext lebenslanger verwandtschaftlicher bzw. sozialer Beziehungen,
dem man selbstverständlich verhaftet bleibt. Heimat geht entweder
verloren, oder sie wird an einem neuen Ort, durch selbst gewählte
enge Freundschaften („Wahlverwandtschaften“) und die Integration
in vorhandene sozialräumliche Strukturen neu geschaffen.
Räumliche Mobilität wird nicht nur kulturell, sondern auch im
ökonomischen Sektor zunehmend gefordert. Stellen- oder
Berufswechsel erzwingen häufiger als früher einen Ortswechsel.
Dieser räumlich-zeitlichen Mobilität korrespondiert eine kognitivaffektive Flexibilität. Wir müssen uns psychisch auf schnell
wechselnde Kontexte einlassen können, auf neue Kontakte, neue
Technologien, neue Orte. Wichtig scheint mir dabei die Fähigkeit,
Neues mit Bewährtem zu verbinden, also eine Balance zwischen
Innovation und Tradition zu finden. Es ist eigentlich nicht
verwunderlich, dass diesen neuen Anforderungen eine Zunahme
psychosozialer
Krisen
und
entsprechender
psychosozialer
Unterstützungsangebote korrespondiert. Wir können sie als Ausdruck
schnell wachsender Anforderungen an die kommunikativen
Kompetenzen der vergesellschafteten Subjekte verstehen, für die